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Die Abmahnung im Arbeitsrecht

Rechtstipp vom 22.04.2015
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Rechtstipp vom 22.04.2015
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Die Abmahnung im Arbeitsrecht

Eine Abmahnung hat zum einen eine „Beanstandungsfunktion“ und zum anderen eine „Warn- bzw. Androhungsfunktion“.

Im ersten Fall soll dem Arbeitnehmer aufgezeigt werden, dass er mit seinem Verhalten eine Pflichtverletzung begangen hat und im anderen Fall soll dem Arbeitnehmer vor Augen geführt werden, dass er im Wiederholungsfall mit arbeitsrechtlichen Folgen (zum Beispiel einer Kündigung) zu rechnen hat.

Eine Abmahnung als „mildestes Mittel“ scheidet jedoch immer dann aus, wenn die verhaltensbedingten Gründe auf Seiten des Arbeitnehmers so schwerwiegend sind, dass er unter keinen Umständen mit der Duldung seines pflichtwidrigen Verhaltens durch den Arbeitgeber rechnen kann, sondern mit dem Verlust des Arbeitsplatzes bei Aufdeckung der Pflichtwidrigkeit rechnen musste.

Der Arbeitgeber wird die Abmahnung Ihren Personalunterlagen zuordnen. Im Wiederholungsfall droht die fristlose Kündigung. Auch eine Berücksichtigung in einer Mitarbeiterbeurteilung kann die Folge sein oder sogar für die „Noten“-Bewertung in einem Arbeitszeugnis maßgeblich sein.

Nur wenn Sie gegen die Abmahnung erfolgreich vorgehen, haben Sie die Möglichkeit zu verlangen, dass die Abmahnung aus Ihrer Personalakte entfernt wird. Dieses Ziel kann zum Beispiel durch ein entsprechendes Klageverfahren erreicht werden.

Die Abmahnung kann aus mehreren Gründen unwirksam sein:

  • Das Ihnen vorgeworfene Verhalten bzw. der Sachverhalt, der maßgeblich behauptet wird, stimmt nicht.

  • Die Abmahnung erfolgt durch einen nicht berichtigten Mitarbeiter.
  • Der Betriebsrat wurde nicht im erforderlichen Umfang vor Erteilung der Abmahnung beteiligt.


Auch weitere Gründe sind denkbar.

Ist die Abmahnung auch nur teilweise unbegründet, muss sie aus der Personalakte entfernt werden.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Allgemeines Vertragsrecht, Arbeitsrecht

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