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Die Alternative zur Kündigung einer Lebensversicherung

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Bei einigen Unternehmen besteht derzeit das Vorhaben, Kunden mit Fonds- und Indexpolicen aus den Jahren 201 bis 2011 spürbar weniger Rente zu garantieren, wobei das Sparergebnis gleich bleibt.

In den meisten Fällen wurde der Kunde beim Verkauf der Versicherungen über diese Einschnitte auch nicht informiert.

Versicherer bedienen sich diesbezüglich häufig des Arguments, dass die Verzinsung in der Rentenzeit nur avisiert, jedoch nicht versprochen wurde.

Für viele von den finanziellen Einschnitten betroffene Versicherte stellt sich somit die Frage, ob sie ihre Versicherung kündigen sollen oder nicht.

Oft ist die bessere Lösung anstelle einer Kündigung der Widerspruch

Gerade bei Verträgen aus den Jahren 1994 bis 2007 wurden Kunden beim Verkauf der Policen nicht richtig über ihr 14-tägiges bzw. 30-tägiges Recht zum Widerspruch belehrt. Diese fehlerhaften Belehrungen eröffnen nach Urteilen des BGH dem Versicherten die Möglichkeit, die Verträge auch noch nach Jahren zu widerrufen und somit rückabzuwickeln.

Dabei ist zu beachten, dass diese Möglichkeit nur solange besteht, solange die Versicherungsunternehmen nicht die Belehrung nachgeholt haben.

Wird ein Vertrag letztlich auf Grund eines erfolgreichen Widerspruchs rückabgewickelt, so darf das Versicherungsunternehmen zwar erbrachte Versicherungsleistungen abziehen, müssen im Gegenzug das von den Versicherten eingebrachte Geld verzinsen.

Dies führt in vielen Fällen dazu, dass ein nachträglicher Widerspruch einen finanziellen Vorteil im Vergleich zum eigentlichen Vertrag bringt.

Vor Widerspruch sollte der Versicherte sich allerdings die Fragen stellen, ob dieser unter wirtschaftlichen Aspekten überhaupt Sinn macht.

Auch sollte in jedem Fall das rechtliche Risiko abgeklärt werden, da bei vielen Verträgen ein Widerspruch kaum möglich ist, da diese rechtlich nicht zu beanstanden sind.

Interessant ist im Übrigen, dass selbst Verträge, die bereits vom Versicherten gekündigt wurden, noch nachträglich widerrufen werden können.

(Rechtsanwältin Katharina Schnellbacher, Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht und allgemeines Zivilrecht in Aschaffenburg)


Rechtstipp vom 10.01.2017
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und den Rechtsgebieten Versicherungsrecht, Zivilrecht

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