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Die Ehescheidung, Folgesachen und die elterliche Sorge

aus den Rechtsgebieten Familienrecht, Zivilrecht

Ehescheidungsverfahren

Nach Ablauf des Trennungsjahres kann der Antrag auf Ehescheidung beim zuständigen Familiengericht gestellt werden.

Der Antrag auf Ehescheidung kann von den Ehegatten nur durch einen sie vertretenden Rechtsanwalt bei dem zuständigen Familiengericht gestellt werden. Hier können jedoch gleichwohl von den scheidungswilligen Eheleuten nicht unerheblich Kosten gespart werden.

So ist es bei der einvernehmlichen Scheidung nur nötig, dass dabei ein Ehegatte durch einen Rechtsanwalt vertreten wird, der den Antrag auf Ehescheidung stellt, und der andere Ehegatte diesem Antrag zustimmt und selbst keine Anträge stellt.

Scheidungsfolgen

Zu den weiteren Scheidungsfolgen, über die bei der Ehescheidung häufig verhandelt wird, gehören:

  • nachehelicher Unterhalt
  • Sorgerecht bzw. Aufenthaltsbestimmungsrecht für gemeinsame Kinder
  • Zugewinnausgleich

Elterliche Sorge 

Grundsätzlich verbleibt es nach der Scheidung der Ehe beim gemeinsamen Sorgerecht der Eltern.

Nur auf Antrag einer Partei und in begründeten Ausnahmefällen wird die elterliche Sorge nur einem Elternteil übertragen.

Hiervon zu unterscheiden ist jedoch das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist ein Teil der elterlichen Sorge. Wer das Aufenthaltsbestimmungsrechtinnehat, bestimmt, wo das Kind lebt.

Daher ist es häufig schon bei der Trennung wichtig, dass der Elternteil, bei dem das Kind/die Kinder nach der Trennung leben soll/en, das Aufenthaltsbestimmungsrecht bei zuständigen Familiengericht für sich beantragt.

Das gilt natürlich auch für Eltern, die nicht miteinander verheiratet sind.

Wechselmodell

Immer häufiger möchten getrennt lebende Eltern, dass ihre Kinder nicht nur bei einem Elternteil aufwachsen. Sie entscheiden sich in diesen Fällen für das sogenannte Wechselmodell. Das gilt insbesondere dann, wenn die Kinder lange Zeit im gemeinsamen Haushalt mit beiden Kindern lebten. Dabei handelt es sich um einen gesetzlich nicht geregelten Sonderfall.

Von einem Wechselmodell spricht man dann, wenn die Kinder in gleich großen oder annähernd gleich großen Betreuungsanteilen von beiden Elternteilen betreut werden. Wie dieses im Einzelfall geschieht, kann in ganz unterschiedlichen Modellen umgesetzt werden, etwa dass die Kinder eine Woche bei ihrer Mutter leben und in der darauffolgenden Woche beim Vater. Natürlich gibt es auch Regelungen, wonach die gemeinsamen Kinder alle zwei Tage, tageweise oder in einem 14-tägigen Rhythmus zwischen den Eltern wechseln.

Der Bundesgerichtshof hat sich in seiner Entscheidung vom 01.02.2017(XII ZB 601/15) mit der Frage auseinandergesetzt, ob ein Wechselmodell durch eine gerichtliche Umgangsregelung angeordnet werden kann. In dem speziellen Fall hat der Bundesgerichtshof dieses bejaht. Neu und bemerkenswert ist daran, dass damit entschieden wurde, das Wechselmodell als spezielle Regelung des Umgangs mit den Kindern anzuwenden.

Rechtsanwalt Frank Weiland, Zella-Mehlis

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