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Die Ehescheidung mit nur einem Anwalt

aus den Rechtsgebieten Familienrecht, Zivilrecht

Weit verbreitet ist die Ansicht, Eheleute könnten bei einer einvernehmlichen Scheidung einen gemeinsamen Anwalt beauftragen.

Dem ist nicht so. Prozessrechtlich sind die Ehegatten Antragsteller und Antragsgegner (vor wenigen Jahren waren sie noch Kläger und Beklagter). Die Eheleute sind bei der Scheidung also unterschiedliche Parteien eines Rechtsstreits. Ein Anwalt kann aber immer nur eine Partei in einem Rechtsstreit vertreten. 

Was hat es nun mit der Scheidung mit nur einem Anwalt auf sich?

Der Antrag auf Ehescheidung

So ist es bei der einvernehmlichen Scheidung nur nötig, dass ein Ehegatte durch einen Rechtsanwalt vertreten wird, welcher den Antrag auf Ehescheidung stellt und der andere Ehegatte diesem Antrag zustimmt und selbst keine Anträge stellt.

Das bietet sich immer bei einvernehmlichen Scheidungen an, in denen neben dem Versorgungsausgleich keine weitere Folgesachen zu regeln sind. Dieses ist dann der Fall, wenn neben der eigentlichen Ehescheidung und dem meist von Amts wegen zu regelnden Versorgungsausgleich nichts weiter unter den scheidungswilligen Eheleuten zu klären ist und damit keiner gerichtlichen Regelung bedarf.

Weitere Folgesachen

Weitere Folgesachen wären:

  • nachehelicher Unterhalt
  • Sorge- bzw. Aufenthaltsbestimmungsrecht für gemeinsame Kinder
  • Kindesunterhalt
  • Zugewinnausgleich

Voraussetzung für die Ehescheidung

Voraussetzung für die Ehescheidung ist der Ablauf des Trennungsjahres.

Dem sind hier weitere ausführliche Rechtstipps gewidmet.

Rechtsanwalt Frank Weiland, Zella-Mehlis 

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