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Die Ehescheidung und der Versorgungsausgleich

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Trennungsjahr als Ehescheidungsvoraussetzung

Eine einvernehmliche Scheidung liegt vor, wenn die Ehegatten seit einem Jahr getrennt leben und beide Ehegatten die Scheidung beantragen oder der eine Ehegatte dem Ehescheidungsantrag des anderen Ehegatten vor Gericht zustimmt. Getrennt leben die Ehegatten, wenn ein Ehegatte aus der bisherigen ehelichen Wohnung auszieht.

Die Ehegatten können aber auch in der bisherigen ehelichen Wohnung, unter Aufhebung der persönlichen, insbesondere ehelichen, Beziehungen und bei getrennter Haushaltsführung getrennt leben. Dabei wird die Ehewohnung dergestalt aufgeteilt, dass beispielsweise ein Ehegatte das Gästezimmer und der andere Ehegatte das Schlafzimmer ausschließlich nutzt. Bad und Küche werden entsprechend der vorherigen Absprache jeweils getrennt voneinander genutzt. Nach Vorliegen der o.g. Voraussetzungen, dem Ablauf des Trennungsjahres kann der Antrag auf Ehescheidung eingereicht werden.

Der Ablauf des Trennungsjahres ist grundsätzlich Scheidungsvoraussetzung.

Der Antrag auf Ehescheidung

Bei Vorliegen dieser Voraussetzungen können beide Ehegatten beim zuständigen Familiengericht die Ehescheidung beantragen lassen. Ein Ehegatte kann auch dem Antrag des anderen Ehegatten zu stimmen. Ein Antrag auf Ehescheidung muss zwingend von einem Anwalt gestellt werden. Dabei reicht es, wenn der Ehegatte anwaltlich vertreten ist, der den Antrag auf Ehescheidung stellt.

Das Ehescheidungsverfahren ist anhängig, wenn der Ehescheidungsantrag der anderen Partei zugestellt wurde.

Zur Dauer des Ehescheidungsverfahrens

Nach Einreichung des Ehescheidungsantrages beim Familiengericht kann von einer Dauer des Ehescheidungsverfahrens von ca. sechs bis neun Monaten ausgegangen werden.

Häufig nimmt der Versorgungsausgleich, der die Rentenanwartschaften, welche während der Ehe erworben wurden unter den Eheleuten aufteilt, geraume Zeit ein.

Die Dauer des Ehescheidungsverfahrens hängt natürlich auch vom aktuellen Arbeitsanfall beim Familiengericht ab.

Versorgungsausgleich

Einen breiten Raum im Ehescheidungsverfahren nimmt der Versorgungsausgleich ein.

Unter dem Versorgungsausgleich wird der Teil des Ehescheidungsverfahrens verstanden, der sich mit dem Ausgleich der von den Eheleuten während der Ehe erworbenen Anwartschaften auf Rente, Altersvorsorge und anderen Alterssicherungsverfahren befasst.

Dabei gilt der Grundsatz, dass jeder Ehegatte für die Zeit der Ehe nach der Ehescheidung über gleich hohe derartige Anwartschaften verfügt.

Der Versorgungsausgleich wird vom Gericht mit dem Zusenden von Formularen über die in der Ehezeit jeweils zurückgelegten Versicherungszeiten und die in Alterssicherungssysteme eingezahlten Beträge eingeleitet.

Danach erteilen dann z.B. die gesetzlichen Rentenversicherungen die entsprechenden Auskünfte an das mit dem Ehescheidungsverfahren befasste Familiengericht. Die Auskunftserteilung nimmt geraume Zeit in Anspruch und bestimmt im Wesentlichen die Dauer des Ehescheidungsverfahrens.

Diese Auskünfte bilden dann die Grundlage für den vom Familiengericht vorzunehmenden Versorgungsausgleich.

Verfahrenskostenhilfe

Für das Ehescheidungsverfahren kann auch Verfahrenskostenhilfe beantragt werden.

Frank Weiland, Rechtsanwalt, Zella-Mehlis/Thüringen


Rechtstipp vom 03.07.2016
aus der Themenwelt Trennung und Scheidung und den Rechtsgebieten Familienrecht, Zivilrecht

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