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Die FIFA schützt die Fußballweltmeisterschaft

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Die Fußball-Weltmeisterschaft neigt sich ihrem Ende zu. Zwar ist die deutsche Nationalmannschaft nicht mehr dabei, an Spannung büßen die letzten Spiele dennoch nicht ein. Die Anziehungskraft der Fußball-Weltmeisterschaft ist ungebrochen. Immer noch locken spezielle WM-Angebote in der Werbung und TV-Übertragungen in der Lieblingskneipe. Unternehmer dürfen die Fußball-Weltmeisterschaft jedoch nicht uneingeschränkt für sich nutzen.

Das Geld mit dem Sport

Als Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft verdient die FIFA nicht nur mit der Austragung der Spiele Geld. Geschäfte mit Sponsoren, Merchandising und TV-Gesellschaften spülen Beträge in Milliardenhöhe in die Kassen des Verbandes.

Die Marke „FIFA“ sowie alle im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft stehenden Marken und Produkte unterliegen diverser kennzeichen- und markenrechtlicher Schutzrechte. Hierzu gehören u. a. das offizielle Logo des FIFA World Cup Russia 2018 und der Pokal des 2018 FIFA World Cup sowie die Wortkombination „FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Russland 2018“.

Die FIFA verkauft an ihre Geschäftspartner exklusive Vermarktungsrechte, die ihnen dann das Recht einräumen, sich „offizielle Sponsoren der Fußball-Weltmeisterschaft“ zu nennen und mit der Marke „FIFA“ zu werben.

Das Stückchen vom Kuchen „WM“

Aber nicht nur die Sponsoren möchten ein Stückchen vom Kuchen „FIFA Fußball-Weltmeisterschaft“ abhaben. Auch andere Unternehmen, die keine offiziellen Sponsoren der FIFA sind, möchten von der Anziehungskraft des Großereignisses profitieren. Aus diesem Grund wird besonders in der Werbung häufig Bezug auf die Fußball-Weltmeisterschaft genommen.

Werden zu kommerziellen Zwecken dann Schutzrechte der FIFA verletzt, müssen die Unternehmen mit einer Verfolgung durch die FIFA rechnen. Neben Unterlassungs- und Beseitigungsansprüchen können im schlimmsten Fall auch Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.

Es ist jedoch nicht gänzlich unmöglich für Nicht-Sponsoren von der Fußball-Weltmeisterschaft zu profitieren. Die Marke „WM 2018“ zum Beispiel genießt in Deutschland keinen markenrechtlichen Schutz. Ebenfalls können die Begriffe „Fußball-WM“, „Weltmeister“ oder „Fan-Fest“ benutzt werden, ohne Schutzrechte der FIFA zu verletzen. Wichtig ist dabei, dass nicht der Eindruck erweckt wird, der Unternehmer sei offizieller Sponsor der Fußball-Weltmeisterschaft.

Bier, Burger und Fußball in der Kneipe

Gewerbliche Public-Viewing-Veranstaltungen benötigen eine kostenpflichtige Lizenz von der FIFA, um Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft öffentlich zeigen zu dürfen. Nach den FIFA-Statuten liegt eine gewerbliche Veranstaltung vor, wenn bei der Veranstaltung Eintrittsgelder (z. B. Unkostenbeiträge, erhöhte Speisen- und Getränkepreise) verlangt, Sponsoren genutzt und mehr als 5.000 Besucher erwartet werden.

Dem steht das deutsche Urheberrecht gegenüber. Da die FIFA-Statuten nicht den Rang eines (einfachen) Gesetzes haben, ist bei Streitigkeiten, die die Public-Viewing-Veranstaltungen in Deutschland zum Gegenstand haben, das Urheberrecht anzuwenden. Dies ist insoweit für den Veranstalter des Public-Viewing vorteilhaft, als dass die Lizenzpflicht nur besteht, wenn bei der Veranstaltung Eintrittsgelder verlangt werden. Sollte jedoch ein Lizenzvertrag mit der FIFA abgeschlossen worden sein, so steht dieser einer Anwendung des deutschen Urheberrechts entgegen.

Lieber im Allgemeinen bleiben

Es ist also für Nicht-Sponsoren möglich von dem Hype um die Fußball-Weltmeisterschaft zu profitieren. Es ist jedoch zu beachten, dass jede Konkretisierung bzw. Spezifizierung mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft Schutzrechte der FIFA verletzen kann. Ausrichter von Public-Viewing-Veranstalter müssen nicht zwangsweise eine Lizenzvereinbarung mit der FIFA abschließen, so lange sie auf Eintrittsgelder bzw. höhere Preise ihrer angebotenen Waren verzichten.

Beachten Unternehmer und nicht Sponsoren diese Hinweise, dann können die letzten entscheidenden Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft auch ohne deutsche Beteiligung zu Extra-Einnahmen beitragen.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Urheberrecht & Medienrecht

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