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Die häufigsten Verkehrsstraftaten

Rechtstipp vom 23.05.2018
Rechtstipp vom 23.05.2018

Der Entzug des Führerscheins, ein Fahrverbot, Punkte in Flensburg, hohe Geldstrafen oder sogar Gefängnis: Die Folgen einer Straftat im Straßenverkehr können schwer wiegen. Zu den häufigsten Straftaten im Verkehrsrecht gehören die Trunkenheit im Verkehr, das unerlaubte Entfernen vom Unfallort und die fahrlässige Körperverletzung bzw. die fahrlässige Tötung.

Trunkenheit im Verkehr

Alkohol am Steuer kann schwerwiegende Folgen haben – auch wenn man nur sehr wenig getrunken hat. Die Annahme, sich nach „nur“ einem Glas Wein oder zwei Flaschen Bier noch voll fahrtüchtig in den Straßenverkehr begeben zu können, ist demnach falsch. In zwei Konstellationen muss man sogar mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. 

Absolute und relative Fahruntüchtigkeit

Hat man mindestens 1,1 Promille im Blut, wird unwiderleglich vermutet, dass man nicht mehr in der Lage ist, ein Kraftfahrzeug sicher zu führen. Juristen nennen diesen Fall absolute Fahruntüchtigkeit. Daneben gibt es noch die relative Fahruntüchtigkeit, für die bereits 0,3 Promille genügen können – jedoch nicht alleine. Vielmehr müssen zu der Blutalkoholkonzentration noch alkoholbedingte Fahrfehler (sog. Ausfallerscheinungen), z. B. Missachtung der geltenden Verkehrsregeln und/oder die Verursachung eines Unfalls, hinzukommen. Trotz Alkoholgehalts im Blut stellt aber nicht jeder Fahrfehler eine alkoholtypische Ausfallerscheinung dar. In solchen Fällen muss überprüft werden, ob die Reaktion des Beschuldigten ohne den Einfluss von Alkohol anders gewesen wäre und er den konkreten Fahrfehler nicht begangen hätte.

Strafrechtliche Folgen

Wer sich ins Auto setzt und fährt, obwohl man absolut oder relativ fahruntüchtig ist, macht sich wegen einer „Trunkenheit im Verkehr“ nach § 316 Strafgesetzbuch (StGB) strafbar. Alkoholsünder müssen mit Geldstrafen rechnen, die sich nach der Alkoholkonzentration im Blut und dem Vorfall selbst richten. Zudem wird die Fahrerlaubnis entzogen und eine Sperrfrist für deren Wiedererteilung verhängt. Eine Freiheitsstrafe hingegen kommt normalerweise nur in Betracht, wenn es sich um eine Wiederholungstat handelt.

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

Der Schock nach einem Verkehrsunfall sitzt tief in den Knochen, an die Unfallaufnahme und den Ärger mit der Polizei oder Versicherung möchte man gar nicht erst denken – stattdessen treibt der Instinkt zur Flucht. Die Gründe für das „unerlaubte Entfernen vom Unfallort“ nach § 142 StGB sind so unterschiedlich wie vielfältig, doch aufgepasst: Wer eine „Fahrerflucht“ oder auch „Unfallflucht“ begeht, macht sich strafbar.

Die Straftat kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden, hinzu kommen mögliche verkehrsrechtliche Folgen: drei Punkte in Flensburg, ein Fahrverbot von bis zu drei Monaten und der Verlust der Fahrerlaubnis. Die genaue Höhe der Strafe richtet sich nach der Höhe des vorliegenden Schadens und verschärft sich bei Personenschäden. Die Schwere des Unfalls und entstandene Schäden beeinflussen das Strafmaß, d. h., Schäden wie kleine Kratzer, Schrammen oder Dellen werden ggf. als Bagatellschäden definiert und bei Unfallflucht „nur“ mit einer Geldstrafe anstatt einer Freiheitsstrafe geahndet. Im besten Fall stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen Zahlung eines Geldbetrages wegen Geringfügigkeit ein. Das hat den Vorteil, dass man nicht als vorbestraft gilt. 

Fahrlässige Körperverletzung und Tötung

Ein Geschwindigkeitsverstoß, die Missachtung der Vorfahrt oder auch Alkohol am Steuer: Wer im Verkehr die erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt, handelt fahrlässig und macht sich strafbar, wenn dadurch ein Verkehrsunfall mit Personenschaden verursacht oder mitverursacht wird. 

Je nachdem, ob das verletzte Unfallopfer überlebt oder nicht, handelt es sich um eine fahrlässige Körperverletzung nach § 229 StGB, eine fahrlässige Körperverletzung mit Todesfolge nach § 227 StGB oder auch eine fahrlässige Tötung nach § 222 StGB. Die Bandbreite für das mögliche Strafmaß ist hier sehr breit und hängt stark vom eigenen Verhalten nach dem Unfall ab. Daher sollte man sich auf jeden Fall anwaltlich beraten lassen. 


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Strafrecht, Verkehrsrecht

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