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Die möglichen Strafen bei einer Steuerhinterziehung

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Durch das richtige Investieren, ob an der Börse oder in Fonds, lässt sich mit der richtigen Anlagestrategie viel Geld verdienen, allerdings sollten die Gewinne in keinem Fall dem Finanzamt vorenthalten werden, sonst droht nicht nur eine erhebliche Nachzahlung mit immensen Zinsen, sondern auch ein Strafverfahren mitsamt Verurteilung.

Dies musste vor einigen Jahren auch FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß leidvoll erfahren, der mit spekulativen Devisengeschäften zwar Millionen verdient, aber diese nicht versteuert hat. Eine Selbstanzeige rettete den Manager nicht vor einer Gefängnisstrafe, denn in Deutschland gibt es eine Strafmaßtabelle, die ohne Rücksicht auf den Promi-Status angewendet wird.

Beim der Steuerhinterziehung ist die Strafe gestaffelt.

Im Allgemeinen ist das Strafmaß von Region zu Region unterschiedlich. Betroffene müssen wissen, dass Steuerhinterziehung zu einer Geld- und Freiheitsstrafe führen kann. Hinterzogene Steuersummen bis zu einer Grenze von 50.000 € werden in der Regel mit einer Geldstrafe belegt. Der Betroffene muss zudem die vorenthaltende Summe samt Zinsen zurückzahlen.

Vorenthaltene Steuern in Höhe von mehr als 50.000 € werden bereits als besonders schwerer Tatbestand eingeordnet. Dadurch droht bereits eine Freiheitsstrafe, die aber zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Neben der Steuernachzahlung kann der Schuldige auch mit einer Zusatzleistung und Hinterziehungszinsen belegt werden.

Unterschlägt ein Anleger dem Fiskus mehr als 100.000 €, kann das Gericht eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren verhängen. Bei besonders schweren Fällen sind sogar bis zu 10 Jahre Freiheitsentzug möglich, wobei diese Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Bei einem Steuerschaden von 1,0 Mio. € oder mehr ist eine Freiheitsstrafe nicht mehr abzuwenden, außer der Beschuldigte kann außerordentliche Milderungsgründe (vollständige Selbstanzeige) vorweisen. In diesen Fällen kann das Gericht die Strafe zur Bewährung aussetzen.

In den letzten Jahren wurde diese Grenze aufgeweicht, aber jeder derartige Fall muss Milderungsgründe aufweisen.

Wird der Beschuldigte zu 90 Tagessätzen (ab einer hinterzogenen Summe von 10.000 €) verurteilt, muss der Steuerhinterzieher mit einem Eintrag ins Führungszeugnis rechnen – damit gilt der Bürger als vorbestraft.

Ab einem Steuerschaden von mehr als 50.000 € wird es das Gericht jedoch in den meisten Fällen nicht bei einer Geldstrafe belassen. Eine Selbstanzeige garantiert nicht automatisch Straffreiheit. Die Selbstanzeige muss zum einen vollständig sein, zum anderen darf noch kein Ermittlungsverfahren bestehen. Wird ein Tatbestand bei der Selbstanzeige verschwiegen, so ist die gesamte Selbstanzeige hinfällig.

Herr Rechtsanwalt Junge steht Ihnen mit seiner praktischen Erfahrung und nachgewiesenem überdurchschnittlichem juristischem Wissen sehr gern für Fragen zur Verfügung.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Steuerrecht, Strafrecht

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