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Die Ökonomie der Google Bewertungen und der Faktor Mensch

Rechtstipp vom 15.08.2018
Rechtstipp vom 15.08.2018

Google Bewertungen haben maßgeblichen Einfluss auf den Umsatz eines Unternehmens. Dies gilt sowohl für Großunternehmen als auch für Selbstständige und Freiberufler wie neueste Untersuchungen zeigen.

Nicht vergessen werden sollte in diesem Zusammenhang jedoch der Faktor Mensch.

Die Meinungsmacht von Plattformen und insbesondere auch von Bewertungsportalen nimmt stetig zu. Das Ärztebewertungsportal jameda beispielsweise hat mittlerweile einen Datenbestand von etwa 2 Millionen Bewertungen, die online für Jedermann abrufbar sind. Kununu, ein Arbeitgeberbewertunsportal, greift auf 650.000 Arbeitgeber zurück. Kein Vergleich zu Tripadvisor. Das Portal rund um das Thema Reisen, kann einen Datenbestand & Einträge von rund 500 Millionen Touristen vorweisen, die über ihre Erfahrungen berichten. Das Unternehmen hat mittlerweile eine Marktkapitalisierung von mehr als 5 Milliarden US-Dollar.

Wie viele Google Bewertungen es mittlerweile gibt, wissen wir nicht. Wir wissen allerdings, dass es jeden Tag mehr werden.

Nun ist Google kein reines Bewertungsportal, jedoch als sogenannter Gatekeeper für die meisten Menschen das Eintrittstor in das World Wide Web. Mehr als 90 % der Internet-User nutzen Google als Suchmaschine.

Unternehmen, die schlecht bewertet werden, spüren dies direkt oder mittelfristig, so die Erfahrung.

Während Unternehmen einen Umsatzanstieg von im Schnitt 30 % verzeichnen, wenn ihre Produkte mit positiven Bewertungen versehen werden, führen schlechte Bewertungen zu Umsatzeinbußen in Höhe von 10-15 %.

Wie kommt es zu diesen Entwicklungen?

Die Menschen und damit die Nutzer des Internets orientieren sich an den Bewertungen. 60 % der Internetnutzer recherchieren Produkte online. Zwei Drittel der Verbraucher erwerben dabei Produkte, die positiv bewertet wurden, obwohl sie diese ursprünglich nicht im Kaufvisier hatten.

Beachtlich ist dabei, dass das Vertrauen in die Produktbewertungen von Bekannten nahezu genauso hoch ist wie der Trust in die Bewertungen von fremden Personen (89 – 90 %).

Die Pflege der digitalen Unternehmensreputation ist damit zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden.

Der Faktor Mensch

Selbstverständlich gibt es rechtliche Möglichkeiten, gegen illegale Äußerungen vorzugehen. Rund wird die Sache jedoch erst, wenn die Unternehmen ihre Reputation ganzheitlich betrachten und den Faktor Mensch dabei im Fokus behalten.

Wie sind die internen Abläufe? Wie Verhält sich die Zusammenarbeit von Führungsebene und Angestellten? Findet eine Wertschätzung statt? Ist die Qualität der Produkte ausreichend? Wird auf die Wünsche der Kunden eingegangen? Wird der Patient ernst genommen?

Diese, ähnliche und weitere Fragen sollten sich Unternehmen und auch Selbstständige immer wieder stellen. In vielen Fällen wird es dann erst gar nicht zu negativen Bewertungen kommen. Ausschließen kann man dies natürlich niemals.

Sollte es dann immer noch zu falschen Aussagen kommen, helfen unsere Gesetze durchaus weiter.


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