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Die Patchwork-Familie: Sorgerecht und Einbenennung

Rechtstipp vom 19.04.2016
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Rechtstipp vom 19.04.2016
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Herr Gottwald im Glück II

Ein immer noch verliebter Herr Gottfried hatte wieder einen Termin, dieses Mal mit seiner Freundin Mandy.

Er berichtete, dass er sich die Sache mit der Adoption von Mandys Kindern noch einmal überlegt habe. Er fand, es würde reichen, wenn sie seinen Namen erhielten. Nun wolle er wissen, ob das ginge.

Ich teilte ihm mit, dass zunächst einmal die Kinder unverheiratet und minderjährig sein und im Haushalt der neuen Patchwork-Familie leben müssten.

Sodann müsste die sorgeberechtigte Mandy und Herr Gottfried verheiratet sein und gegenüber dem Standesamt die Namenserteilung erklären.

Sind die Kinder mindestens 5 Jahre alt, müssen sie ebenfalls die Einwilligung erklären und zwar durch den gesetzlichen Vertreter. Sind die Kinder mindestens 14 Jahre alt, müssen sie ihre Erklärung selbst abgeben.

Haben die Eltern die gemeinsame elterliche Sorge oder trägt das Kind den Namen des anderen Elternteils, muss auch dieser einwilligen.

Ist der Name einmal geändert, ist er unverwandelbar fixiert, auch wenn die neuen Partner sich wieder trennen.

Das wollte Mandy nicht. Nun fragte sie, ob sie Herrn Gottfried Entscheidungsbefugnisse bzgl. der Kinder übertragen könne.

Hier musste differenziert werden:

Haben die leiblichen Eltern das gemeinsame Sorgerecht, können sie dem Stiefelternteil eine Vollmacht erteilen, mit der er Entscheidungen des täglichen Lebens allein treffen kann.

Bei alleiniger elterlicher Sorge kann dem Stiefelternteil sogar das sogenannte kleine Sorgerecht übertragen werden. Dies hätte zur Folge, dass Herr Gottfried in Alltagsdingen mitentscheiden dürfte und Mandy ihr Alleinentscheidungsrecht verlöre.

Das ging Mandy nun doch zu weit. Ich beruhigte sie, indem ich ihr sagte, dass dies sowieso nur ginge, wenn sie mit Herrn Gottfried verheiratet wäre.

In ihrem Fall der nichtehelichen Lebensgemeinschaft könne sie ihn lediglich bevollmächtigen, dies aber jederzeit abändern oder aufheben. Das wiederum war Herrn Gottfried zu wenig.

Schlecht gelaunt verließ das frisch verliebte Paar mein Büro. Ob das mal gut geht?


Rechtstipp aus der Themenwelt Sorgerecht und Umgangsrecht und dem Rechtsgebiet Familienrecht

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