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Die Risiken der fondsgebundenen Lebensversicherung

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Die Risiken der fondsgebundenen Lebensversicherung
Der Abschluss einer fondsgebundenen Lebensversicherung sollte wohl überlegt sein.

Fondsgebundene Lebensversicherungen können eine höhere Rendite als andere Anlageformen haben, beinhalten aber viele Risiken. Wer über diese Risiken vom Makler oder Versicherungsvertreter nicht oder unzureichend beraten wurde, sollte im Schadensfall Schadensersatzansprüche prüfen lassen.

Aufgrund der Niedrigzinspolitik ist die klassische Lebensversicherung als Altersvorsorge unrentabel geworden. Versicherer und Makler bewerben daher die sogenannte fondsgebundene Lebensversicherung wegen der höheren Renditechancen:

Das Modell der fondsgebundenen Lebensversicherungen

Bei der fondsgebundenen Lebensversicherung werden die eingezahlten Prämien nach Abzug der Kosten als Beteiligungen in Investmentfonds angelegt. Investmentfonds sind Kapitalanlagegesellschaften, die das Vermögen der eingezahlten Prämien verwalten. Das können Aktien-, Renten-, Immobilien- oder Mischfonds sein. Zum Beispiel erwirbt die Kapitalanlagegesellschaft bei einem Aktienfond Aktien von unterschiedlichen Aktiengesellschaften und spekuliert darauf, dass der Wert dieser Aktien steigt oder hohe Ausschüttungen erfolgen.

Die Risiken der fondsgebundenen Lebensversicherung

Die fondsgebundene Lebensversicherung trägt die Risiken einer jeden Kapitalanlage, insbesondere auch das sogenannte Markt- und Liquiditätsrisiko:

Marktrisiko

Je nachdem, wie sich der Fond entwickelt, erhöht sich der Wert der Beteiligungen. Entwickelt sich der Fond schlecht, verringert sich auch der Wert der Beteiligung. Das ist das Marktrisiko. Mit dieser Anlageform ist also das Risiko verbunden, dass man weniger ausgezahlt bekommt, als man eingezahlt hat. Eine garantierte Mindestverzinsung gibt es nicht. Zwar bieten Versicherer an, dass zu bestimmten Stichtagen der erreichte Wert des Fonds garantiert wird. Allerdings ist eine solche Sicherheit wiederum mit hohen Kosten verbunden. Realisiert sich für die Versicherung das Risiko, also sinkt der Wert der Beteiligung nach einen solchen Stichtag, kann es zur Kündigung vonseiten der Versicherung kommen. Das heißt, der Versicherungsnehmer muss sich eine neue Anlageform suchen, wenn er sich gegen die Kündigung nicht erfolgreich wehren kann.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass die Beteiligung am Fonds nicht frei handelbar ist. Verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage des Fonds, kann sich ein offener Fond in einen geschlossenen Fond umwandeln und die Anteilsrücknahme aussetzen. Das heißt, dass man seine Beteiligung am Fond nicht beenden kann, sondern lediglich die Beteiligungen selbst meist nur unter weiteren hohen Verlusten verkaufen kann.

Schadensersatzansprüche prüfen lassen

Versicherungsmakler und Versicherungen sind verpflichtet, vollständig über die mit der Beteiligungsform verbundenen Nachteile und Risiken aufzuklären, wenn sich die fondsgebundene Lebensversicherung bei wirtschaftlicher Betrachtung als Anlagegeschäft darstellt. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Versicherung des Todesfallrisikos von untergeordneter Bedeutung ist.

Wer bei Abschluss einer solchen Versicherung von einem Versicherungsmakler oder Versicherungsvertreter über die Risiken einer fondsgebundenen Lebensversicherung nicht oder unzureichend aufgeklärt wurde, sollte Schadensersatzansprüche prüfen lassen. So zum Beispiel, wenn ein unzutreffendes, zu positives Bild der Renditeerwartung gezeichnet wurde. Wer aufgrund einer fehlerhaften Beratung über die Risiken nicht richtig aufgeklärt wurde und einen Schaden erleidet, kann diesen je nach Fall vom Makler oder von der Versicherung des Versicherungsvertreters ersetzt verlangen.

(FAM)

Foto : ©Shutterstock.com/ESB Professional


Rechtstipp vom 01.03.2018
aus der Themenwelt Private Versicherungen und dem Rechtsgebiet Versicherungsrecht

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