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Die Tricks der Tuning Clubs

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Wenn man seine Daten an Tuning Clubs im Internet oder auf Tuningmessen herausgibt, ist Vorsicht geboten. Unter dem Vorwand eines Gewinnspiels oder durch Bewerben vermeintlicher Vorteile für den Kunden, beispielsweise kostengünstige Ersatzteile, werden Verbraucher dazu animiert, unüberlegt eine kostenpflichtige Mitgliedschaft abzuschließen. In der Regel hat der Kunde von den beworbenen Vorteilen jedoch nichts.

Sind Sie auch plötzlich Mitglied eines Tuning Clubs geworden, ohne so richtig zu wissen, wie es dazu kam? Scheinbar ist es immer noch nicht aus der Mode gekommen, die unbeschwerte Stimmung eines Besuchers bei einer Freizeitveranstaltung auszunutzen und ihn zum Abschluss eines für ihn nicht rentablen Vertrags zu bewegen. Erst, wenn Monate später die erste Rechnung ins Haus flattert, wird den meisten Verbrauchern klar, dass sie einen kostenpflichtigen Vertrag abgeschlossen haben.

Die Vorgehensweise sieht folgendermaßen aus: Der Verbraucher wird in ein Gespräch verwickelt und auf ein Gewinnspiel oder gewisse Vorteilsangebote aufmerksam gemacht, von denen er aber am Ende nicht wirklich profitiert. Der Verbraucher gibt dann überlegt seine Zustimmung zu einem entgeltlichen Vertrag. Einige Tuning Clubs bedienen sich auf Tuningmessen in Deutschland dieser Methode, um zahlreiche Neuverträge abzuschließen.

Daher sollte man sich vor jungen Damen in Acht nehmen, die einen zur Teilnahme an einer Umfrage oder einem Gewinnspiel bewegen wollen. Dies dient häufig als Einstieg für ein solches „Verkaufsgespräch“, mit dem Ziel, eine Mitgliedschaft im Tuning Club abzuschließen. Eine solche Mitgliedschaft dauert für gewöhnlich 24 Monate und ist kostenpflichtig.

Zum Schutz des Verbrauchers hat der Gesetzgeber ihm das Recht eingeräumt, seine auf den Abschluss eines Vertrages gerichtete Willenserklärung innerhalb einer gesetzlich festgelegten Frist, ohne Angabe von Gründen, zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt im Normalfall 14 Tage ab dem Zeitpunkt, zu dem der Verbraucher in ausreichender Form über sein Widerrufsrecht belehrt wurde.

Häufig sind die Widerrufsbelehrungen jedoch nur unzureichend und erfüllen nicht die gesetzlichen Vorgaben. In diesem Fall kann der Verbraucher die Mitgliedschaft auch noch nach Ablauf der 14-tägigen Frist widerrufen.

Sollte die Frist in Ihrem Fall noch nicht abgelaufen sein, zögern Sie nicht und widerrufen Sie Ihre Willenserklärung unverzüglich. Der Widerruf ist in Schriftform (am besten per Einwurf-Einschreiben) zu erklären. An wen dieser zu richten ist, entnehmen Sie der Widerrufsbelehrung.

Neben dem Widerruf kann der Verbraucher aber auch den Vertrag selbst anfechten. Grundsätzlich gilt: Wer durch arglistige Täuschung zur Abgabe einer Willenserklärung bestimmt worden ist, kann die Erklärung anfechten (vgl. § 123 BGB). Daneben dürfte in der Regel aber auch eine Anfechtung wegen eines Erklärungs- und/oder Inhaltsirrtums möglich sein (vgl. § 119 BGB). Vor allem wenn die Methoden subtiler waren und die vorgenannten Gründe für eine Anfechtung nicht greifen, sollten Verbraucher von einem Anwalt prüfen lassen, ob andere Möglichkeiten bestehen, vom Vertrag zurückzutreten.

Gerne berät die Anwaltskanzlei Lenné Sie hierzu. Eine Erstberatung können Sie kostenlos in Anspruch nehmen.

Übrigens: Die Erfahrung zeigt, dass die Anwaltskosten regelmäßig von Ihrer Rechtsschutzversicherung übernommen werden. Auch darum kümmert sich die Kanzlei gerne für Sie.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Allgemeines Vertragsrecht, Kaufrecht, Wettbewerbsrecht

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