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Die unseriösen Praktiken gegn. Haftpflichtversicherungen b. d. Regulierung von Verkehrsunfällen

Rechtstipp vom 24.09.2018
(2)
Rechtstipp vom 24.09.2018
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Die unseriösen Praktiken gegenerischer Haftpflichtversicherungen bei der Regulierung von Verkehrsunfällen

Hat man schuldlos einen Verkehrsunfall erlitten, verlässt man sich darauf, dass die gegnerische Haftpflichtversicherung den entstandenen Schaden vollständig ersetzt. Meldet sich die gegnerische Versicherung von selbst beim Geschädigten und verspricht eine baldige Regulierung des Schadens, erscheint die Einschaltung eines Rechtanwaltes zunächst nicht erforderlich.

Tatsächlich gestaltet sich die Schadensregulierung dann im Weiteren oftmals nicht so unkompliziert, wie in Aussicht gestellt. Gerade bei nicht anwaltlich vertretenen Geschädigten ist vermehrt zu beobachten, das die Versicherer zahlreiche Schadenspositionen kürzen oder gar nicht ersetzen. Dabei wird gerne auf einen sog. Prüfbericht verwiesen, wonach angeblich eine gleichwertige, aber viel günstigere Reparaturmöglichkeit bestünde. In der Regel sind diese von den Versicherern selbst veranlassten Prüfberichte aber nicht dazu geeignet, eine tatsächlich günstigere Reparaturmöglichkeit nachzuweisen. Sie berücksichtigen nicht den korrekten Fall, sondern nehmen nur eine computergestützte schematisierte Auswertung vor.

Ferner ist zu beachten, dass dem Versicherer eine verzögerte Schadensregulierung nur dann vorgehalten (und dieser auf Schadenersatz verklagt) werden kann, wenn die Ansprüche anhand eines „spezifizierten Anspruchsschreibens“ angemeldet wurden. Nur dadurch wird die Prüfungsfrist des Versicherers, die von den Gerichten auf 4 – 6 Wochen bemessen wird, in Gang gesetzt.

Ohne fachkundige Unterstützung ist es daher für den Geschädigten schwer, sich gegen die Regulierungspraxis der Haftpflichtversicherer durchzusetzen. Vor diesem Hintergrund hat das OLG Frankfurt in einem zu entscheidenden Fall (Az.: 22 U 171/13) es sogar als „geradezu fahrlässig“ bezeichnet, einen Verkehrsunfallschaden ohne Einschaltung eines Rechtsanwalts abzuwickeln.

Trifft den Geschädigten kein Verschulden, hat die gegnerische Haftpflichtversicherung auch die anfallenden Sachverständigen- und Rechtsanwaltskosten zu tragen.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Versicherungsrecht

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