Die zehn Gebote beim Vererben

aus dem Rechtsgebiet Erbrecht

Deutschland steuert auf einen Erbrekord zu: 3,1 Billionen Euro werden von 2015 bis 2024 vererbt, so viel wie nie zuvor binnen zehn Jahren. Oftmals landen die Vermögenswerte da, wo sie der Erblasser (das ist derjenige, der vererbt) nicht haben wollte oder beim Fiskus. Da lohnt es sich, sich über die Erbfolge Gedanken zu machen und die zehn wichtigsten Gebote beim Vererben zu beachten:

1. Du sollst ein Testament machen: Bestimme einen oder mehrere Erben, die Deine Nachfolge antreten.

2. Du sollst den Pflichtteil berücksichtigen: Ehepartnern und Kindern steht ein Pflichtteil zu, auch wenn sie nicht als Erben eingesetzt wurden.

3. Du sollst den letzten Willen nicht aufschieben: Wichtige Entscheidungen wollen wohl überlegt sein und sollten nicht im letzten Augenblick getroffen werden.

4. Du sollst das Testament regelmäßig überprüfen: Am besten überprüft man sein Testament zu regelmäßigen, festgelegten und markanten Tagen wie z. B. Weihnachten, Ostern, Geburtstag.

5. Du sollst festlegen, ob das Testament geändert werden kann: Jeder zweite Deutsche macht ein Berliner Testament (Ehegattentestament). Hier sollte überlegt werden, ob der überlebende Ehegatte Änderungen am Testament vornehmen darf.

6. Du sollst einen Ersatzerben bestimmen: Wer soll erben, wenn der von Dir bestimmte Erbe ausfällt?

7. Du sollst an die Steuer denken: Nahe Verwandte haben hohe Freibeträge, die ausgenutzt werden sollten. Hierbei gibt es viele Gestaltungsmöglichkeiten.

8. Du sollst Dein Testament nicht in der Schublade aufbewahren: Viele Testamente werden nach dem Tod des Erblassers nicht gefunden. Oder sie verschwinden, weil sie ein im Testament Benachteiligter findet und vernichtet. Die Hinterlegung beim Amtsgericht wäre eine Lösung.

9. Du sollst so genau wie möglich formulieren: Formulierungen wie z. B. „private Habseligkeiten bekommt …“ führen zwangsläufig zu Streit, weil nicht klar ist, welche Gegenstände unter diese Formulierung fallen.

10. Du sollst von Hand schreiben: Ein privatschriftliches Testament muss von vorne bis hinten handschriftlich niedergelegt werden und mit Unterschrift (Vorname und Zuname), Ort und Datum versehen werden.

Quellen: SZ, Statistisches Bundesamt, Deutsches Institut für Altersvorsorge DIA

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            Rechtsanwalt Gottfried Putz Rechtsanwalt Gottfried Putz

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