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Dieselgate: massive Probleme mit Daimlers 4-Zylinder OM622, OM626 und OM651 – Vito, C-Klasse, GLC!

Rechtstipp vom 26.05.2018
Aktualisiert am 12.06.2018
(11)
Rechtstipp vom 26.05.2018
Aktualisiert am 12.06.2018
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Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat am 25.05.18 einen Rückruf für die Fahrzeuge der Fa. Daimler AG des Typs Mercedes „Vito“ 1,6 l herausgegeben. Begründung: „Bei der Überprüfung des Fahrzeugtypen Mercedes Vito 1.6 Liter Diesel Euro 6 wurden durch das Kraftfahrt-Bundesamt unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt. Die unzulässigen Strategien beziehen sich auf den Einsatz des SCR-Abgasreinigungssystems. Aufgrund der eingebauten Abschalteinrichtungen kann es im Betrieb der Fahrzeuge zu erhöhten NOx-Emissionen kommen.“

Der Vierzylinder Diesel-Motor der Größe 1,6 l trägt die Bezeichnung OM622. Interessant ist, dass in dem gleichen Fahrzeug ab 100 kW der Motor des Typs OM651 verbaut wurde (dazu unser Rechtstipp v. 13.07.17). Der OM651 ist ein höchst problematischer Motor. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass nun in diesem Fahrzeugtyp eine illegale Abschalteinrichtung festgestellt wurde. 

Interessant ist weiter, dass diesmal die Euro-6-Norm betroffen ist. Das bestätigt z. B. die Messungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die schon länger davon ausgehen, dass Euro 6 teilweise problematischer ist als Euro 5. 

Betroffen sind laut KBA in Deutschland 1.372 Fahrzeuge. Die Anordnung des KBA? Die Abschalteinrichtung muss entfernt werden. Aufgrund des verbindlichen Rückrufs trägt die Kosten dafür der Hersteller. 

Rechtlich interessant wird die Angelegenheit dort, wo Daimler sich dazu positioniert: Man wolle zwar mit den Behörden kooperieren; allerdings werde man gegen den Bescheid des KBA rechtlich vorgehen, d. h. Klage erheben. Kunden können also damit rechnen, dass während des ggfls. langwierigen Rechtsstreits das Problem zunächst nicht behoben wird. Mit dem „Wunderheilmittel“ gegen technische Abgasmanipulationen – dem Softwareupdate – sollte man sich keineswegs begnügen. Vor dem Hintergrund erster Streckensperrungen für Diesel-Fahrzeuge in Hamburg keine schöne Aussicht.

Fazit: die Diesel-Affäre um Fahrzeuge der Fa. Daimler AG weitet sich stetig aus. Wir vertreten bereits etliche Mandanten in dieser Angelegenheit. Ob Sie sich anschließen sollten, um Ihre Rechte zu wahren, lässt sich in einer direkten Anfrage an uns klären.

Update 1: Nach Informationen des Magazins Spiegel prüft das KBA nun auch die Modelle der C-Klasse. Dort wird u. a. der Motor 1,6 l OM626 verbaut, der wie der OM622 vom Partner Renault stammt. Auch die G-Klasse soll von Ermittlungen des KBA betroffen sein.

Update 2: Einen weiteren Rückruf hat das Bundesverkehrsministerium angekündigt. Es geht konkret um die Reihenvierzylinder Modelle C 220d und GLC 220d.


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