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Dieselskandal erfasst Porsche Cayenne – Widerruf des Autokredits prüfen

aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

Nicht nur VW, sondern auch die Konzerntochter Porsche steckt tief im Dieselskandal. Ende Juli ordnete Verkehrsminister Dobrindt den Rückruf für den Porsche Cayenne 3.0 TDI an. Zudem wurde für den Geländewagen ein Zulassungsstopp verhängt.

Grund für den Rückruf und Zulassungsstopp ist, dass auch bei den betroffenen Porsche Cayenne Modellen offenbar bei den Abgaswerten manipuliert wurde, sodass der Stickoxid-Ausstoß auf dem Prüfstand deutlich niedriger war als im Straßenverkehr. Europaweit muss Porsche etwa 22.000 Porsche Cayenne 3 Liter TDI zurückrufen. Betroffen davon sind rund 7500 Fahrzeuge in Deutschland. Schon vor einem Jahr hat der Autobauer etwa 10.000 Porsche Macan zurückgerufen, um die Motorsteuerungssoftware zu aktualisieren. Anders als jetzt war diese Rückrufaktion noch freiwillig. Jetzt ist sie „von oben“ angeordnet. „Die Autohersteller verspielen jegliches Vertrauen und den Schaden hat der Kunde. Sie haben Autos gekauft, die die Grenzwerte nicht einhalten und erleben außerdem einen enormen Wertverlust ihrer Diesel-Fahrzeuge“, sagt Rechtanwältin Michaela Zinke, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht aus Kassel.

Allerdings haben die betroffenen Fahrzeughalter auch die Möglichkeit, sich zu wehren. Während aber eine Schadensersatzklage wegen Mängeln am Fahrzeug häufig schwierig ist, kann der von Immobiliendarlehen bekannte Widerrufsjoker auch den Autofahrern helfen. Durch einen erfolgreichen Widerruf kann der Autokredit und mit ihm auch der Kaufvertrag rückabgewickelt werden, wenn das Fahrzeug über eine Autobank finanziert wurde. Dann liegt ein sog. verbundenes Geschäft vor. „Das ermöglich die Rückabwicklung des gesamten Geschäfts“, erklärt Rechtsanwältin Zinke.

Möglich ist der Widerruf bei Autofinanzierungen nach dem 10. Juni 2010, wenn die Autobank den Kunden nicht ordnungsgemäß über seine Widerrufsmöglichkeiten belehrt hat. Der Clou ist, dass bei einem Autokredit, der seit dem 13. Juni 2014 abgeschlossen wurde, der Verbraucher ggf. noch nicht einmal einen Nutzungsersatz zahlen muss. Nach einem erfolgreichen Widerruf gibt er das Auto zurück und bekommt sein Geld wieder.

Rechtsanwältin Zinke: „Der Widerruf bietet sich nicht nur für vom Dieselskandal betroffene Fahrzeughalter an. Grundsätzlich ist er für alle Fahrzeuge möglich, wenn die Bedingungen für einen Widerruf erfüllt sind.“

Mehr Informationen: http://www.ra-zinke.eu/autokredit-widerrufen 

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            Rechtsanwältin Michaela Zinke Rechtsanwältin Michaela Zinke

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