Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Drei Dinge, die Chefs nicht dürfen! (oder doch?) Alkoholtest, Hitzefrei, gefährliche Sportarten

  • 2 Minuten Lesezeit
  • (28)

Lieber Leser,

wir haben unseren folgenden Artikel auch nochmal ausführlicher als Video für Sie aufbereitet. Schauen Sie einfach mal rein!

1. Darf der Arbeitgeber von mir die Durchführung eines Alkoholtests oder Drogentests verlangen?

Es kommt nicht selten vor, dass der Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern verlangt, dass diese sich einem Alkohol- oder Drogentest unterziehen. Aber ist das erlaubt? Hier gilt: klares „Nein“!

Das Verlangen von entsprechenden Tests verstößt gegen das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber ist daher nicht berechtigt, einen solchen Test zu verlangen. Arbeitnehmer dürfen die Durchführung eines Tests daher ohne Befürchtung von Konsequenzen verweigern. Dies gilt im Übrigen auch dann, wenn offensichtlicher Drogen- oder Alkoholmissbrauch vorliegt.

In Ausnahmefällen kann der Arbeitgeber jedoch einen Anspruch auf Durchführung solcher Tests haben. Dies allerdings nur dann, wenn sogenannte gefahrgeneigte Tätigkeiten ausgeübt werden. Den klassischen Fall des Piloten kennt jeder. Von einem Piloten dürfen nüchterne Flüge verlangt werden. Gleiches gilt für Polizeibeamte, Feuerwehrleute, Busfahrer und ähnliche Berufen.

2. Darf der Arbeitgeber von mir die Ausübung einer Tätigkeit verlangen, obwohl es viel zu heiß ist? (Stichwort: Hitzefrei)

Wir kennen dies eigentlich nur aus der Schule. Schüler haben ab einem bestimmten Grad Celsius hitzefrei. Aber gilt dies auch für die Arbeit? Der Arbeitgeber ist verpflichtet, einen Arbeitsplatz herzustellen, der dem Arbeitnehmer die Durchführung seiner Tätigkeit unter zumutbaren Bedingungen ermöglicht. Hierzu gehört es, dass er dafür Sorge tragen muss, dass bestimmte Grad-Zahlen nicht überschritten werden.

Grundsätzlich soll die Temperatur in Arbeitsräumen nicht über 26 Grad Celsius liegen. Während eines Sommers müssen die Beschäftigten es aber auch hinnehmen, dass an wenigen Tagen bis zu 35 Grad und mehr erreicht werden.

Der Arbeitgeber muss dann lediglich für Schutzmaßnahmen sorgen. Er muss zum Beispiel dafür sorgen, dass direkte Sonneneinstrahlung durch geeignete Schutzmaßnahmen wie Jalousien verhindert werden. Und in Extremfällen kann der Arbeitgeber gezwungen sein, die Arbeitszeit entsprechend zu verkürzen. Er kann zum Beispiel verpflichtet sein, die Arbeitszeit von 8 Stunden auf 6 Stunden täglich zu reduzieren.

3. Darf der Arbeitgeber mir verbieten, gefährliche Sportarten – wie Wingsuite fliegen, Apnoetauchen oder Klettern in der Freizeit – durchzuführen?

Die Situation des Arbeitgebers ist verständlich. Der Arbeitgeber möchte im Idealfall erreichen, dass die Arbeitnehmer sich auch in ihrer Freizeit so verhalten, dass es zu keinen Arbeitsausfällen durch Krankheit kommt. Dabei gehen Arbeitgeber manchmal so weit, dass sie von dem Arbeitnehmer verlangen, dass dieser gefahrgeneigte Tätigkeiten unterlässt.

Hier gilt jedoch auch, dass dies nicht zulässig ist. Selbst besonders gefährliche Sportarten dürfen nicht verboten werden. Der Arbeitnehmer ist frei in seiner Entscheidung, welche Tätigkeiten er in seiner Freizeit entfaltet.

Solange er immer für ausreichend Schutz durch Helm, Schienbeinschoner, Protektoren oder die für die einzelnen Sportarten vorgeschriebenen Sicherungsmaßnahmen sorgt, kann der Arbeitgeber dies eben nicht verbieten.

Der Arbeitnehmer muss jedoch insofern aufpassen, als dass der Arbeitgeber von der Verpflichtung zur Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall befreit ist, wenn der Arbeitnehmer die Arbeitsunfähigkeit selbst verschuldet hat. Dies könnte zum Beispiel dann anzunehmen sein, wenn die Schutzmaßnahmen nicht verwendet wurden.

Ihre KGK Rechtsanwälte Fachanwälte


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Rechtstipps-Newsletter abonnieren

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.

Newsletter jederzeit wieder abbestellbar.