Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

DSS Fonds: Wo sind die behaupteten Gewinne?

(2)

Gleichlautend heißt es im August 2018 auf den Internetseiten www.dss-ag.de/produkte_kg_neu.html und www.premiumvermoegensverwaltung.de/investitionen.php der geschäftsführenden DSS 2. Beteiligungs GmbH für ihre Fonds

  • DSS Vermögensverwaltung GmbH & Co. Premium KG und
  • Premium Vermögensverwaltung GmbH & Co. Premium KG:

Im Jahr 2017 bis Stand 28.3.2018 war der Geschäftsverlauf positiv und wurden Gewinne erwirtschaftet. Eine exakte Darstellung ist aus dem Geschäftsbericht zu entnehmen, der wie üblich versandt wird.“ 

Anleger, die diesen Fonds zum 31.12.2017 gekündigt haben werden sich erstaunt die Augen reiben, denn sie finden auf ihrer Abrechnung nämlich keine Gewinne, sondern nur Verluste. Diese erreichen bei der DSS Vermögensverwaltung GmbH & Co. Premium KG (DSS Premium KG) rd. 95,5 % der Einlage und bei der Premium Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG (Premium Vermögensverwaltung KG) rd. 100,6 % der Einlage, sodass auch der 3. Fonds nach der DSS Vermögensverwaltung GmbH & Co. 1. KG und der DSS Vermögensverwaltung GmbH & Co. 2. KG seinen Einmalanlegern nahezu einen Totalverlust beschert.

Von einem positiven Geschäftsverlauf in 2017 zu sprechen ist vor dem Hintergrund, dass bei der Premium Vermögensverwaltung KG die Verluste für Einmalanleger sich weiter erhöht haben und nunmehr die gezahlte Einlage übersteigen – vorsichtig formuliert – nicht nachvollziehbar. Nicht realisierte Gewinne können dies auch nicht sein, denn die stillen Reserven bei der Premium Vermögensverwaltung KG sollen nach wie vor 0,00 € betragen.

Vertragsverlängerung: Eine schlechte Idee

Anleger, die 2012 die Beteiligung an der DSS Premium gekündigt haben und angesichts der Vernichtung von rd. 70 % ihres Kapitals die damals die angebotene Verlängerung des Beteiligungsvertrages um 5 Jahre angenommen haben, um an einem „ggf. höheren Auseinandersetzungsguthaben zu partizipieren“, sind zu Recht verärgert. 

Den Geschäftsberichten haben sie entnommen, dass die „Entwicklung positiv“ gewesen sein soll und Wertzuwächse erzielt worden sein sollen (z. B. Geschäftsberichte 2012, 2013 und 2016 der DSS Premium KG). Eine „exakte Darstellung“ zum Gewinn oder Verlust der Gesellschaft enthielten die Geschäftsberichte entgegen der obigen Behauptung aber gerade nicht. 

Tatsächlich ist der Verlust für die Anleger trotz angeblich positivem Geschäftsverlauf jedes Jahr höher geworden: Hatte der Anleger mit einer Einlage von 10.000 EUR zzgl. 500,00 EUR Agio Ende 2012 noch ein Auseinandersetzungsguthaben von 3.167 EUR und verlängerte seinen Vertrag in der Hoffnung, den hohen Verlust wieder aufzuholen, so betrug das Auseinandersetzungsguthaben für diesen Vertrag Ende 2013 dann 2.862 EUR, 2014 nur noch 2.663 EUR und 2017 trotz angeblich erwirtschafteter Gewinne nur noch 954 EUR.

Keine Transparenz, keine Informationen

Mitgeteilt wurde dem Anleger diese Verlustserie aber nicht, sondern berichteten die Geschäftsberichte nur über Wertsteigerungen der Investitionen bzw. in 2015 über einen kleinen Wertverlust, was angesichts „getätigter Auszahlungen“ als „positives Ergebnis“ betrachtet werden müsse. 

Zum entscheidenden wirtschaftlichen Punkt, dem Jahresergebnis der Gesellschaft, enthalten die Geschäftsberichte hingegen kein Sterbenswörtchen, denn offenbar wurden die Wertsteigerungen eben nicht zu Gewinnen für die Gesellschaft und die Anleger, sondern durch die Kosten der Gesellschaft „aufgefressen“. 

Das wirtschaftliche Jahresergebnis einer Gesellschaft besteht nicht nur aus Erträgen oder Wertsteigerungen, sondern muss hier auch der Aufwand der Gesellschaft gegenübergestellt werden. Hiervon berichten die Geschäftsberichte jedoch nichts. Das Wort Geschäftsbericht ist in diesem Zusammenhang daher nicht korrekt, denn hier werden wesentliche Geschäftszahlen verschwiegen anstatt über sie zu berichten.

Angeblich Gewinne erwirtschaftet, aber Verluste zugewiesen

Wenn die DSS davon spricht, es seien 2017 „Gewinne erwirtschaftet“ worden und der „Geschäftsverlauf sei positiv“ gewesen, dann muss diese Aussage falsch sein, oder aber die Abrechnungen, die keinen Cent Gewinn zum Ausgleich der Verluste ausweisen.

Bezeichnenderweise lässt sich auf der Seite der DSS-Fonds im Download-Bereich zur Geschäftsentwicklung nicht einmal der Geschäftsbericht, der letzte Jahresabschluss oder irgendeine Information zur Art, Höhe oder Wert der Investitionen herunterladen, sondern nur ein „experten.de-Rating 2007“ in der irgendein „Experten-Netzwerk-Team“ der DSS Vermögensverwaltung AG vor 10 Jahren (!) „Volle Transparenz“ bescheinigte. Die dort angegebene Internetadresse existiert schon gar nicht mehr. 

Fast alles wäre besser gewesen, als den Beteiligungsvertrag an der DSS Premium KG zu verlängern

Der deutsche Aktienindex DAX ist von Anfang 2013 bis Ende 2017 von 7.759 auf 12.918 Punkte geklettert (+66 %). Es findet kaum ein weltweiter Aktienfonds, der im Fünfjahresvergleich einen Verlust gemacht hat und kein weltweiter Aktienfonds, der eine derartig schlechte Performance hat, wie die Entwicklung der Beteiligungswerte für einen Anleger der DSS Premium KG. Selbst mit einem niedrig verzinsten Sparbuch wäre der Anleger im Vergleich zur dem von der Geschäftsführung der DSS Premium KG erzielten Ergebnissen weit besser dran gewesen.

Die Geschäftsführung der DSS-Fonds meint aber auf der Seite www.dssvermoegensverwaltung.net/deutsche-setzen-auf-immobilien-dss-anleger-profitieren/:

„Wer seine Ersparnisse auf einem schlecht bis gar nicht verzinsten Sparkonto liegen lässt, verliert, auch bedingt durch die Inflation, langfristig Geld. Geld, das dazu gedacht war, den Lebensabend abzusichern und einen sorgenfreien Ruhestand zu ermöglichen.“

Die DSS Vermögensverwaltung und ihre Partner kennen die Ängste der Anleger, arbeiten daher eng mit ihren Kunden zusammen und setzen auf Transparenz bei allen Entscheidungen … Die DSS Vermögensverwaltung handelt somit gleichzeitig erfolgs- und zukunftsorientiert, für die Anleger bedeutet dies auch in turbulenten Zeiten eine zuverlässige Rendite. Dank des breit aufgestellten Portfolios können sie ihr Vermögen sicher aufbauen und sind nicht von den Schwankungen eines einzigen Marktes abhängig.“

Nicht auf dem Sparbuch, sondern durch einen Fonds der DSS verliert der Anleger sein Geld! Eine Rendite hat bisher noch kein Anleger der DSS-Fonds erzielt, schon gar keine „zuverlässige Rendite“. Einzig die Verlustzuweisungen funktionieren hier zuverlässig. Auch hat kein Anleger der DSS-Fonds in den letzten 15 Jahren „sicher ein Vermögen aufgebaut“, sondern nur ganz sicher sein eingesetztes Vermögen ganz oder teilweise verloren. Die Darstellungen auf den Seiten www.dssvermoegensverwaltung.net können nur als Irreführung über die Geschäftsergebnisse der Fonds der DSS betrachtet werden. 

Fantasie und Wirklichkeit – Wunschträume der DSS 

Auf der Seite

www.dssvermoegensverwaltung.net/brexit-dss-vermoegensverwaltung-bietet-ihren-anlegern-sicherheit-in-turbulenten-zeiten/#more-91

heißt es von der Geschäftsführung der DSS-Fonds:

„Diversifikation bei der Geldanlage, wie sie durch die DSS Vermögensverwaltung praktiziert wird, ist eine geeignete Lösung und konnte sich schon in den vergangenen Krisen beweisen.“

Stimmt nicht! Mit den Auswirkungen der vergangenen Finanzmarktkrise erklärte die DSS Premium KG vielmehr ihren Einmalanlegern in den Jahren 2011 ff. die Verlustzuweisungen von über 75 % ihrer Einlage. Nicht nur sämtliche ihrer Zertifikate waren offenbar verlustbehaftet, allein die hohen Emissionskosten (sog. Weiche Kosten für Vertrieb, Prospektherausgeber, Initiator etc.) waren schon plangemäß in den ersten Jahren für über 50 % der Verluste (bezogen auf die Einlage) verantwortlich. 

Die DSS hatte nur eine „geeignete Lösung“ dafür, die Verluste noch höher ausfallen zu lassen, nicht aber dafür, „zuverlässige“ und vor allem positive Renditen für ihre Anleger zu erwirtschaften. Nicht die Eignung der bei der DSS angeblich praktizierten Diversifikation wurde bewiesen, sondern lediglich die Ungeeignetheit der Investitionsstrategie der DSS-Fonds in einer Finanzmarktkrise.

Krisenbewältigung – Fehlanzeige

Die schlechten Ergebnisse der Fonds werden nicht etwa kommuniziert oder gar Versäumnisse aufgearbeitet und Lösungen diskutiert, sondern es wird stattdessen die Investitionsstrategie durch eine schriftliche Gesellschafterabstimmung (in der dank Treuhänder eine solide Mehrheit garantiert ist) dahingehend geändert, nunmehr wieder in Immobilien zu investieren. Der DSS fällt also nichts anders ein, als – mit derselben erfolglosen Geschäftsführung – wieder die alte Investitionsstrategie von vor 2005 hervorzukramen, die auch schon nicht erfolgreich war.

Die Rechtsanwaltskanzlei Naumer & Naumann empfiehlt daher allen Anlegern der Premium Vermögensverwaltung KG, der DSS Premium KG und deren Vorgängerfonds DSS Vermögensverwaltung GmbH & Co. 1. KG und 2. KG dringend, die Abrechnungen prüfen zu lassen. Insbesondere Anleger der Premium Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG sollten von der Gesellschaft Kontenstände anfordern, damit die böse Überraschung nicht erst dann offenbar wird, wenn die Schadensersatzansprüche gegen den Vertrieb, Initiatoren und Prospektverantwortliche verjährt sind.


Rechtstipp vom 11.08.2018

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.