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E-Roller und Alkohol – Was rechtlich wichtig ist

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E-Roller-Trend: Was bei der neuen Verkehrsalternative beachtet werden muss 

Die E-Roller sind in größeren Städten seit wenigen Monaten überall im Straßenbild präsent. Neben Fahrrädern, Autos oder dem öffentlichen Nahverkehr stellen sie seither eine beliebte Alternative dar. Mit der gewonnenen Flexibilität liegt der Vorteil klar auf der Hand: E-Roller sind fast überall erreichbar und man kann mit ihnen bequem bis vor die Haustür fahren und sie dort sorglos stehen lassen. Doch wie sind E-Roller rechtlich einzuordnen? Was Sie als Nutzer im Umgang mit E-Rollern beachten müssen, zeige ich Ihnen in diesem Rechtstipp. 

Allgemeines 

Mit E-Rollern sind hier Tretroller mit elektronischem Antrieb gemeint, weshalb sie oft auch als E-Tretroller oder E-Scooter bezeichnet werden. Sie sind bis maximal 20 km/h zugelassen. Ein Führerschein wird von Ihnen nicht benötigt. Die Nutzer müssen jedoch mindestens 14 Jahre alt sein. Die Nutzung läuft über eine App und das Entgelt kann über PayPal oder Kreditkarte bezahlt werden. 

Ob ein Tretroller die Voraussetzungen für die Zulassung erfüllt, ist in der seit dem 06.06.2019 geltenden Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung geregelt. Darin ist auch geregelt, wo Sie mit dem E-Roller fahren dürfen. Im Prinzip gelten hier dieselben Regelungen wie bei Fahrrädern. So dürfen Sie nur Flächen benutzen, die als Radwege oder als gemeinsame Geh- und Radwege ausgeschrieben sind. Das Tempo müssen sie je nachdem dem herrschenden Rad- oder Fußgängerverkehr anpassen. Sofern beides nicht vorhanden ist, dürfen auch Fahrbahnen oder verkehrsberuhigte Bereiche genutzt werden. Genau wie bei Fahrrädern dürfen Sie nur einzeln auf einem E-Roller fahren, dürfen sich nicht an andere Fahrzeuge anhängen und auch nicht freihändig fahren. Es muss hintereinander gefahren werden und jeder Richtungswechsel muss mit Handzeichen angekündigt werden. 

Obwohl einige dieser Verhaltensregeln bereits vom Fahrradfahren bekannt sind, ist es wichtig, diese zu kennen, da bei Nichtbefolgung empfindliche Bußgelder drohen. Beispielsweise kann bei folgenden Verhaltensweisen mit diesen Bußgeldern gerechnet werden:

 • Bei Rot über die Ampel fahren à zwischen 60 und 180 Euro

 • Fahren auf dem Gehweg à 15 bis 30 Euro

 • Nebeneinander fahren à 15 bis 30 Euro

Alkohol auf dem E-Roller? Wie ist das aber nun mit dem Alkohol? Man könnte annehmen, dass hier ebenfalls dieselben Regelungen gelten, wie beim Fahrrad. Das ist aber nicht der Fall! Im Falle des E-Rollers sind vielmehr die Regelungen anzuwenden, die für die Nutzung mit Kraftfahrzeugen gilt. Personen, die unter 21 Jahre alt sind oder Fahranfänger dürfen daher keinerlei Alkohol konsumiert haben. Ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit, bei der in der Regel bis zu 500,- € Strafe, sowie ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg drohen. In strafrechtlicher Sicht bekommt der § 316 StGB Bedeutung. Dort machen Sie sich ab einer Blutalkoholkonzentration ab 0,3 Promille strafbar, wenn Sie zusätzlich noch alkoholbedingte Ausfallerscheinungen zeigen. Ab 1,1 Promille wird unwiderlegbar vermutet, dass Sie nicht mehr in der Lage waren das Fahrzeug sicher zu führen. Die Tat ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bedroht. 

Fazit 

Da der E-Roller ein noch neues Verkehrsmittel ist, wird oft vergessen, dass die Benutzung dennoch gewissen Regeln unterliegt. Es kommen die typischen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten in Betracht, die bereits im Umgang mit konventionellen Verkehrsmitteln bekannt sind. Unsere Kanzlei hat in der Bearbeitung von verkehrsrechtlichen Fällen jahrelange Erfahrung und wird Ihnen auch helfen, wenn Sie wegen des Umgangs mit einem E-Roller einen Bußgeldbescheid oder eine polizeiliche Vorladung als Beschuldigter erhalten.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Strafrecht, Verkehrsrecht

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