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Ehegattennachzug zu Deutschen und Ausländern (Familienzusammenführung)

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Die deutsche Rechtsordnung stellt Ehe und Familie unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung. 

Der Artikel 6 Grundgesetz umfasst insbesondere die Freiheit, eine Ehe zu schließen und eine Familie zu gründen sowie das Recht auf ein eheliches und familiäres Zusammenleben.

Grundsätzlich umfasst der Artikel 6 Grundgesetz auch die Entscheidungsfreiheit, wo sich der Lebensmittelpunkt der Familiengemeinschaft befinden soll. 

Auf das Recht der Familienzusammenführung dürfen sich deutsche Staatsbürger, aber auch in Deutschland lebende Ausländer berufen.

Im Folgenden finden Sie die wichtigsten rechtlichen Voraussetzungen für den Ehegattennachzug.

Hier ist zwischen Ehegattennachzug zu Deutschen und Ehegattennachzug zu Ausländern zu unterscheiden.

Ehegattennachzug zu Deutschen – Ich bin deutscher Staatsbürger und mein Ehegatte ist Ausländer. Welche Voraussetzungen müssen vorliegen, damit meinem Ehegatten eine Aufenthaltserlaubnis erteilt wird?

 In der Person des Deutschen (Stammberechtigter):

  •  Wohnsitz in Deutschland,
  •  gültige Ehe (nach dem Recht des Ortes der Eheschließung),
  •  Bereitschaft, die eheliche Lebensgemeinschaft zu führen,
  •  keine Schein- oder Zwangsehe

In der Person des ausländischen nachziehenden Ehegatten:

  •  Pass oder Passersatz
  •  mindestens 18 Jahre alt
  •  Sprachkenntnisse (A1-Deutschtest)
  •  kein Aufenthaltsverbot wegen Terrorismus bzw. Kriminalität
  •  kein Ausweisungsinteresse
  • Sicherung des Lebensunterhalts, aber nur in Ausnahmefällen! D.h. grds. darf ein Ausländer zu seinem deutschen Ehegatten nach Deutschland nachziehen, auch wenn der Lebensunterhalt durch Einkommen oder Vermögen nicht gesichert ist.

Achtung: Der Ehegattennachzug läuft grds. über die deutsche Botschaft des Heimatlandes des nachziehenden Ehegatten (Visumverfahren). Nur in bestimmten Ausnahmefällen kann auch von Deutschland aus eine Familienzusammenführung beantragt werden!

Aufgepasst: Alternativ können Sie auch ein Visum zur Eheschließung beantragen. Dieses Visum kommt in Betracht, wenn die Heirat in Deutschland stattfinden soll. Hier gelten nahezu die gleichen Voraussetzungen wie bei dem Ehegattennachzug. Es müssen nur noch weitere, zusätzliche Angaben bzw. Dokumente bei der deutschen Botschaft abgegeben werden.

Ehegattennachzug bei Ausländern – Ich bin Ausländer und bin im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis für Deutschland. Welche Voraussetzungen müssen vorliegen, damit meinem ausländischen Ehegatten eine Aufenthaltserlaubnis erteilt wird?

 Voraussetzungen:

  •  Der stammberechtigte Ausländer (Ehegatte, der in Deutschland lebt) muss einen von den folgenden

 Aufenthaltstiteln besitzen:

    1. Niederlassungserlaubnis,

    2. Daueraufenthalt-EU,

    3. Asylberechtigung oder Konventionsflüchtling,

    4. Nach zwei Jahren Aufenthalt, wenn eine Verfestigung grds. möglich ist,

    5. Aufenthalt voraussichtlich länger als ein Jahr und die Ehe bestand schon im Herkunftsland,

    6. Aufenthaltserlaubnis nach § 38a AufenthG und die Ehe bestand schon in anderem EU-Staat,

    7. Blaue Karte EU

  • Beidseitige Absicht, die eheliche Lebensgemeinschaft in Deutschland zu leben sowie keine Schein- oder Zwangsehe
  • Sicherung des Lebensunterhaltes für beide Ehegatten

Achtung: Hier existieren Ausnahmen, bei deren Vorliegen vom Erfordernis der Sicherung des Lebensunterhaltes abgesehen werden kann!

  •  ausreichender Wohnraum
  •  Pass oder Passersatz
  •  mindestens 18 Jahre alt
  •  deutsche Sprachkenntnisse (A-1-Deutsch-Test)

Achtung: Hier existieren Ausnahmen, bei deren Vorliegen vom Erfordernis der deutschen Sprachkenntnisse abgewichen werden kann! 

  • kein Ausweisungsinteresse und kein Aufenthaltsverbot

Wichtig: Der Ehegattennachzug läuft grundsätzlich über die deutsche Botschaft des Heimatlandes des nachziehenden Ehegatten (Visumverfahren). Nur in bestimmten Ausnahmefällen kann auch von Deutschland aus eine Familienzusammenführung beantragt werden.

Aufgepasst: Alternativ können Sie auch ein Visum zur Eheschließung beantragen. Dieses Visum kommt in Betracht, wenn die Heirat in Deutschland stattfinden soll. Hier gelten nahezu die gleichen Voraussetzungen wie bei dem Ehegattennachzug. Es müssen nur noch weitere, zusätzliche Angaben bzw. Dokumente bei der deutschen Botschaft abgegeben werden.


Rechtstipp vom 30.05.2018
Aktualisiert am 04.06.2018
aus der Themenwelt Genehmigungen und dem Rechtsgebiet Ausländerrecht & Asylrecht

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