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Ehemann kann für Ehefrau Entschädigungsanspruch geltend machen

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Ehemann kann für Ehefrau Entschädigungsanspruch geltend machen
Wird eine Reise abgesagt, so tröstet eine Entschädigung zumindest etwas darüber hinweg.

Ein Ehemann buchte für sich und seine Ehefrau eine Donaukreuzfahrt. Diese Reise wurde durch den Veranstalter vor Reiseantritt abgesagt und gleichzeitig die Möglichkeit der Umbuchung oder der Stornierung der Reise angeboten. Der Mann stornierte die Reise und beanspruchte eine Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit, sowohl für sich als auch für seine Ehefrau, die ihm ihren Anspruch auf Schadensersatz nach § 651f BGB später abtrat.

Der Reiseveranstalter zahlte die Entschädigung lediglich in Höhe von 50 % des Reisepreises für eine Person, da er der Meinung war, dass der Anspruch der Ehefrau nach § 651g BGB nicht wirksam innerhalb der vorgesehenen Frist von einem Monat geltend gemacht wurde und der Ehemann auch keine Vollmacht gehabt habe, den Anspruch für seine Ehefrau geltend zu machen.

Die Vorinstanzen sprachen dem Ehemann den kompletten geltend gemachten Betrag zu. Der Bundesgerichtshof geht in seiner Entscheidung davon aus, dass der Ehemann als Vertragspartner des Reiseveranstalters die Entschädigungsansprüche der Ehefrau aus eigenem Recht geltend machen kann, denn für die Frist der Geltendmachung des Entschädigungsanspruchs reicht es aus, wenn der Anspruch fristgerecht durch den vollmachtlosen Vertreter geltend gemacht und später durch die Ehefrau genehmigt werde.

(BGH, Urteil v. 26.05.2010, Az.: Xa ZR 124/09)

(WEI)

Foto : ©iStockphoto.com


Rechtstipp vom 22.06.2010
aus dem Rechtsgebiet Reiserecht

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