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Ein „beschissenes Wochenende“

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Das Landesarbeitsgericht in Mainz hatte über zwei Abmahnungen zu urteilen. Der Arbeitnehmer war Schichtführer und zugleich Vorsitzender des Betriebsrates des Unternehmens. Von seinen Vorgesetzten waren Überstunden angeordnet worden, die am Wochenende abzuleisten waren. Deshalb war der Arbeitnehmer sauer.

Als er am Freitagnachmittag das Betriebsgelände verließ, wünschte er dem einen Vorgesetzten ein „Scheißwochenende", dem anderen ein „beschissenes Wochenende". Die beiden vorgesetzten Meister beschwerten sich beim Arbeitgeber, der daraufhin zwei Abmahnungen erteilte. Hiergegen wendete sich der Arbeitnehmer vor dem Arbeitsgericht Koblenz erfolgreich, in der Berufung wurde jedoch das Urteil aufgehoben und die Klage abgewiesen.

Das Arbeitsgericht Koblenz hatte unter anderem damit argumentiert, dass die Wochenendwünsche keine Beleidigungen im strafrechtlichen Sinne seien. Darauf kam es dem Landesarbeitsgericht in Mainz jedoch nicht an, sondern es folgte der Argumentation des Arbeitgebers: „zu Ihren Pflichten aus dem Arbeitsvertrag gehört auch der respektvolle und wertschätzende Umgang mit den Arbeitskollegen, insbesondere mit den vorgesetzten Meistern". Dass die Situation zwischen den Beteiligten angespannt war, weil die Vorgesetzten Überstunden angeordnet hatten, ändere an der Pflicht zu einem respektvollen Umgang nichts. Diese Pflicht besteht natürlich auch gegenüber nicht vorgesetzten Arbeitskollegen.

Infos:

Anwaltskanzlei Dr. Zacharias

Volmerstraße 5, 12489 Berlin-Adlershof

Tel.: 6392-4567


Rechtstipp vom 19.03.2012
aus der Themenwelt Job und Karriere und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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