Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Einbürgerung und doppelte Staatsbürgerschaft – Voraussetzungen und Probleme

  • 2 Minuten Lesezeit
  • (113)

Deutsche, die ihre Staatsbürgerschaft neben einer zweiten behalten möchten

Grundsätzlich verliert ein deutscher Staatsbürger, der die Staatsbürgerschaft eines anderen Drittstaates erwirbt, die deutsche Staatsbürgerschaft. Wenn Sie den Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft verhindern möchten und als Deutscher eine zweite Staatsbürgerschaft erwerben möchten, benötigen Sie dazu eine sog. Beibehaltungsgenehmigung, für die einige Voraussetzungen erfüllt sein müssen. 

Besonders wichtig ist dabei zu beachten, dass die Beibehaltungsgenehmigung rechtzeitig gestellt wird und die notwendigen Nachweise erbracht werden.

Gerne stellen wir den Antrag für Sie bei der zuständigen Behörde und unterstützen Sie bei allen Fragen zu dem behördlichen Verfahren.

Ausländer, die die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben möchten

Grundsätzlich gilt in Deutschland das sog. Abstammungsprinzip. Dies bedeutet, dass Kinder in Deutschland mit Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten, wenn mindestens ein Elternteil des Kindes deutscher Staatsangehöriger ist.

Seit dem Jahr 2000 gilt daneben in Deutschland auch das Geburtsortsprinzip, sodass auch Kinder die deutsche Staatsangehörigkeit bei Geburt erhalten, wenn kein Elternteil deutscher Staatsangehöriger ist, jedoch mindestens ein Elternteil zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes mindestens seit acht Jahren seinen rechtmäßigen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht hat (§ 4 Staatsangehörigkeitsgesetz). 

Im Jahr 2016 hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass auch ein zunächst befristeter Aufenthalt der Eltern (zu Studienzwecken) auf die Aufenthaltsdauer anzurechnen ist.

Grundsätzlich müssen sich diese Kinder mit 21 Jahren zwischen der deutschen Staatsbürgerschaft und der Staatsbürgerschaft ihrer Eltern entscheiden. Von dieser Optionspflicht bestehen aber zahlreiche Ausnahmen, sodass viele Kinder auch nach dem 21. Lebensjahr zwei Staatsbürgerschaften behalten können. 

Ausländer, die gerne die deutsche Staatsbürgerschaft durch Einbürgerung erwerben möchten, müssen grundsätzlich folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie müssen ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache nachweisen.
  • Sie müssen eine Loyalitätserklärung abgeben.
  • Sie müssen sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes bekennen.
  • Sie müssen über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um sich frei von staatlicher Unterstützung zu unterhalten.
  • Sie müssen seit mindestens 8 Jahren legal in Deutschland leben.
  • Sie müssen ein unbefristetes Aufenthaltsrecht in Deutschland haben.

Gerne unterstützen wir Sie bei Problemen rund um Ihre Einbürgerung.

Ausländer, die die deutsche Staatsbürgerschaft durch Einbürgerung erwerben, jedoch ihre bisherige Staatsbürgerschaft nicht verlieren wollen (Doppelte Staatsbürgerschaft)

In Deutschland gilt der Grundsatz der Vermeidung von Mehrstaatigkeit. Von diesem Grundsatz gibt es jedoch zahlreiche Ausnahmen, sodass es regelmäßig dazu kommt, dass die Einbürgerung unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit erfolgt und die doppelte Staatsbürgerschaft zugelassen wird. Aus diesem Grund leben in Deutschland auch viele Millionen Mehrstaatler.

Die doppelte Staatsbürgerschaft wird häufig mit vielen Vorteilen assoziiert. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die doppelte Staatsbürgerschaft auch zu großen Problemen führen kann. Mit der Staatsangehörigkeit sind nämlich stets nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten verbunden, z. B. die Erfüllung der Wehrpflicht. 

Das Völkerrecht gesteht den Staaten zu, jede Person, die die Staatsangehörigkeit eines Staates besitzt, so zu behandeln, als habe sie nur diese eine Staatsangehörigkeit, während die weitere Staatsangehörigkeit außer Acht bleibt.

Für viele Menschen überwiegen jedoch die Vorteile, die sich aus der doppelten Staatsbürgerschaft ergeben, da sie sich mit zwei Staaten verbunden fühlen und sich die daraus ergebenden Rechte und Pflichten gerne nutzen und erfüllen möchten.

Gerne prüfen wir für Sie Ihre Erfolgschancen bzgl. einer Einbürgerung unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit und unterstützen Sie bei der Antragstellung.

Deutsche Staatsangehörigkeit für Spätaussiedler und ihre Familien

Spätaussiedler, die im Wege des Aufnahmeverfahrens als deutsche Volkszugehörige nach Deutschland kommen, erhalten den Status Statusdeutscher nach Art. 116 GG. Nach Erhalt einer Bescheinigung nach § 15 Abs. 1 BVFG erhalten sie sodann die deutsche Staatsangehörigkeit kraft Gesetzes. 

Nach einer Gesetzesänderung im Jahr 2013 besteht für Familienangehörige von Spätaussiedlern die Möglichkeit in den Aufnahmebescheid des Spätaussiedlers miteinbezogen zu werden und nach Deutschland einwandern zu dürfen. Mit Ausstellung der Bescheinigung nach § 15 BVFG erwerben in der Regel auch die darin aufgeführten Angehörigen des Spätaussiedlers automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Beantragung des Aufnahmebescheides beim Bundesverwaltungsamt in Köln.



Artikel teilen:


Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Rechtstipps-Newsletter abonnieren

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.

Newsletter jederzeit wieder abbestellbar.