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Einkaufen bei Nacht: Landwein, Tabak und eine Handykarte

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Einkaufen bei Nacht: Landwein, Tabak und eine Handykarte
anwalt.de kurios - skurrile Ereignisse zum Thema Recht

In Bayern wird noch immer Schlimmstes befürchtet, falls jemand nach acht Uhr abends sein Päckchen Kaugummi nicht an einer nach Benzin stinkenden Tankstelle, sondern in einem richtigen Geschäft kaufen könnte.

Dagegen haben die meisten Bundesländer den altbekannten Ladenschluss inzwischen weitgehend abgeschafft. Aber auch das bedeutet natürlich nicht, dass jedes Geschäft tatsächlich rund um die Uhr geöffnet haben müsste.

Scheinbar stressfreies Einkaufen

Ein 63 Jahre alter Mann aus Baden-Württemberg hatte sich – schon nicht mehr ganz nüchtern – spontan entschieden, noch einmal einkaufen zu gehen. Dazu suchte er den nächstgelegenen Supermarkt in Fellbach nahe Stuttgart auf. Die Ladentür war offen und so trat er ein.

Zwar waren weit und breit keine anderen Kunden oder Angestellten zu sehen, aber davon ließ sich der Käufer erst einmal nicht beirren. Er packte in aller Ruhe seine Waren zusammen: insgesamt vier Flaschen – drei mit Landwein und eine mit Weinbrand –, ein Tabakbeutel und eine Handykarte.

Keine Warteschlange an der Kasse

Mit diesen Dingen ging der Kunde zur Kasse, packte sie fein säuberlich auf das Band und wartete, dass jemand zum Abkassieren kommt. Niemand war vor ihm an der Kasse – es sollte daher eigentlich schnell gehen.

Doch irgendwie ging dort trotzdem nichts vorwärts. Auch nach einiger Wartezeit war noch immer kein Kassenpersonal zu sehen – ein Beispiel für die berühmt-berüchtigte „Servicewüste Deutschland“?

Vielleicht wäre der Mann nie erwischt und sein Fall nicht bekannt geworden, wenn er mit den Waren einfach – ohne zu zahlen – aus dem Laden gegangen wäre. Doch er war ja schließlich kein gemeiner Dieb, sondern ein ehrlicher Käufer. So wartete der Mann also weiter.

Marktleiter erscheint mit der Polizei

Nach einiger Zeit tauchte schließlich der Marktleiter auf, bei dem sich der Kunde über den miserablen Service hätte beschweren können. Der Chef allerdings hatte seinerseits schon die Polizei dabei. Doch was hatte sich der Betrunkene schon zuschulden kommen lassen?

Sein Problem war schlichtweg die Uhrzeit: Er hatte das Geschäft schon morgens um 04:47 Uhr betreten und dabei ohne irgendetwas zu ahnen den Einbruchsalarm ausgelöst. Zu dieser Zeit hatte der Supermarkt allerdings schon seit Stunden geschlossen.

Markt geschlossen, aber nicht verschlossen

Dass der Mann zur nächtlichen Zeit überhaupt in die Geschäftsräume gelangen konnte, lag offensichtlich an einem Mitarbeiter des Marktes, der nach Feierabend vergessen hatte, die Türen ordnungsgemäß zu verschließen.

Die Polizisten jedenfalls nahmen den betrunkenen Mann mit aufs Präsidium. Wie es danach weiterging und ob er Wein, Weinbrand und Tabak – natürlich nach Bezahlung – noch bekommen hat, ist nicht bekannt.

(Polizeipräsidium Aalen, Pressemitteilung v. 02.10.2015)

(ADS)

Foto : ©iStockphoto.com


Rechtstipp vom 23.10.2015
aus den Rechtsgebieten Kaufrecht, Öffentliches Recht

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