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Electrawinds SE: BaFin droht Zwangsgelder an

Rechtstipp vom 12.07.2017
Rechtstipp vom 12.07.2017

10.07.2017: Erneut geht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gegen ein an der Frankfurter Börse im Prime Standard gelistetes Unternehmen vor. Bereits am 29.06.2017 hatte sie der belgischen Electrawinds SE die Erfüllung ihrer Finanzberichtserstattungspflichten angeordnet. Diese werden im Wesentlichen in den §§ 37 ff. des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) aufgeführt. Bei Nichterfüllung drohen dem Unternehmen Zwangsgelder von immerhin 230.000 €. Der insoweit ergangene Bescheid, der von der BaFin am 07.07.2017 auf der dortigen Internetseite veröffentlicht wurde, ist zwischenzeitlich noch nicht bestandskräftig, jedoch sofort vollziehbar.

Zwangsgelder von 230.000 €

Ein kurzer Blick auf die Hintergründe offenbart einige erstaunliche Details: so wird die Aktie des Unternehmens seit geraumer Zeit mit nur mehr einem Cent (!) bewertet, nach einer stabilen Notierung von um die 10 € in den Jahren von etwa 2010-2013. Bei rund 11,5 Millionen an der Frankfurter Börse gehandelten Stücken ergibt sich eine Marktkapitalisierung von gerade einmal 115.000 € – insoweit überstiege das nun angedrohte Zwangsgeld diesen Wert um glatte 100 %. Den glücklichen Aktionären, deren Investitionen sich zwischenzeitlich bereits weitestgehend in den Orkus respektive in andere Taschen verabschiedet haben, könnten die aktuellen Vorgänge möglicherweise säuerlich aufstoßen.

Gigantische Wertevernichtung

Fest steht, dass das verantwortliche Personal im Unternehmen hier offensichtlich die dortig zugewiesenen Aufgaben nicht erfüllt. Den Herren Paul und Luc Desender, Guy De Clercq sowie Rudi Vander Vennet sei an dieser Stelle ein kurzer Blick in den unternehmenseigenen „Corporate Governance Codex“ empfohlen. Hier ist unter anderem die Rede von verantwortlicher Unternehmensführung, langfristiger Wertschöpfung und Berücksichtigung der Interessen der Aktionäre. Ein hohes Maß an Offenheit und Transparenz sei die Grundlage für Vertrauen ins Unternehmen und sein Management. Ein letzter einsehbarer Finanzbericht aus dem Jahre 2013 scheint indes nicht geeignet, diese Vorgaben auch nur ansatzweise zu erfüllen.

ADWUS Rechtsanwälte in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath

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