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EN Storage: das Insolvenzverfahren und die Rechte der Anleger

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Nun ist es amtlich: Am 02. Mai 2017 um 12:00 Uhr wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der EN Storage GmbH aus Herrenberg eröffnet. Der zunächst zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt Dr. Leichtle ist nun auch zum Insolvenzverwalter des Insolvenzverfahrens bestellt worden. Die Insolvenzgläubiger haben nun die Möglichkeit, ihre Forderungen gegen die EN Storage GmbH beim Insolvenzverwalter anzumelden. Die zunächst bis zum 12. Juli 2017 gesetzte Frist wurde nunmehr bis zum 19. Juli 2017 verlängert.

Für viele Anleger stellt sich nun die Frage, wie sie ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden.

Zunächst muss zwischen den Anlegern, die sich im Wege des Direktinvestments beteiligt haben, und denen, die ihr Kapital in Inhaber-Teilschuldverschreibungen investiert haben, unterschieden werden. 

1. Direktinvestments

Anleger der Direktinvestments sollten zeitnah ihre Ansprüche aus den geschlossenen Kauf- und Überlassungsverträgen gegenüber dem Insolvenzverwalter geltend machen. Dieser hat dann ein Wahlrecht. Er kann die den Anlegern gehörenden Storage-Systeme herausgeben oder mit diesen das Geschäft der EN Storage – zumindest vorläufig – weiterführen. Voraussetzung ist insoweit, dass die von den Anlegern gekauften Systeme tatsächlich vorhanden sind und etwaige Verträge mit Kunden tatsächlich geschlossen wurden. Weiterhin ist relevant, wann die Kauf- und Überlassungsverträge geschlossen wurden.

2. Inhaber-Teilschuldverschreibung

Für Anleger der Inhaber-Teilschuldverschreibung bleibt letztlich nur der Weg der Forderungsanmeldung innerhalb der vom Amtsgericht Stuttgart gesetzten Frist. Zudem können diese Anleger an der Gläubigerversammlung am 28. Juni 2017 teilnehmen. Bei der Anmeldung der Forderung sind die Besonderheiten des Kapitalanlagerechts zu beachten. Grundsätzlich können die Anleger nämlich ihre Forderungen nur geltend machen, wenn sie gleichzeitig ihre Rechte aus den Inhaber-Teilschuldverschreibungen Zug-um-Zug anbieten. Dies kann im Rahmen einer Forderungsanmeldung zu Schwierigkeiten und zur Unwirksamkeit der Forderungsanmeldung führen. In solch komplexeren Forderungsanmeldungen sollte fachkundiger Rechtsrat aus dem bank- und kapitalmarktrechtlichen Bereich eingeholt werden.

3. Direktinvestments und Inhaber-Teilschuldverschreibung

Parallel sollten alle Anleger – sowohl der Direktinvestments als auch der Inhaber-Teilschuldverschreibungen – von einem Fachanwalt/einer Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht die Ansprüche gegen die Vermittler/Berater und sonstige Beteiligte prüfen lassen. 

„Wir unterstützen unsere Mandanten sowohl bezüglich ihrer Rechte im Insolvenzverfahren als auch bezüglich der Schadensersatzansprüche.“ erklärt Rechtsanwältin Sandra Lingnau, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht.


Rechtstipp vom 09.05.2017
aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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            Rechtsanwältin Sandra Lingnau (Lingnau Rechtsanwälte) Rechtsanwältin Sandra Lingnau

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