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Enkeltrick-Betrügerbande gefasst: Millionenschaden bei Senioren

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31.05.2014: Wie verschiedene Medien vermelden, ist der Polizei nach jahrelanger Ermittlungsarbeit endlich eine Bande polnischer Betrüger sowie deren Chef und Erfinder des sogenannten „Enkeltricks“, Arkadiusz „Hoss“ Lakatosz, ins Netz gegangen. Wie Spiegel online berichtet, gehörten die allesamt zu einer Sippe gehörenden Personen zur Gruppe der Roma. Lakatosz war nach dortigen Angaben 1999 über einen versuchten Telefonbetrug in Hamburg auf den Gedanken gekommen, das Vortäuschen verwandtschaftlicher Beziehungen gegenüber ahnungslosen Senioren als Betrugsmasche auszubauen und professionell und bandenmäßig auszuschlachten. In großem Stil wurden hier Telefonbücher nach „älter“ klingenden Vornamen durchforstet, über vorgeblich hilfesuchende Anrufe wurden potentielle Opfer identifiziert und eine angebliche Notlage vorgetäuscht. Mindestens Hunderte, wahrscheinlich Tausende oder sogar Zehntausende arglose und hilfsbereite Rentner wurden danach von weiteren Bandenmitgliedern nach Strich und Faden ausgenommen, die „Beute“, also Bargeld oder auch Schmuck, wurde jeweils sofort nach Polen transferiert.

Bereits 2001 war gegen die Sippe und insbesondere gegen Lakatosz sowie seinen Bruder Adam ermittelt worden. Allein, die polnischen Behörden waren ganz offensichtlich dermaßen unwillig, den deutschen Kollegen Amtshilfe zu leisten, dass die Ermittlungen im Sande verliefen. Die polnische Staatsbürgerschaft verlieh ihnen gewissermaßen Immunität gegen deutsche Strafverfolgung. Ein weiterer Anlauf deutscher Behörden in 2007 führte immerhin zu einer kurzen Inhaftierung von Lakatosz in Stuttgart, dieser schaffte es jedoch, mithilfe eines nach unbestätigten Angaben immerhin 25.000 € kostenden Gutachtens aus medizinischen Gründen wieder aus der Haft entlassen zu werden.

Den Wendepunkt in der Betrugshistorie nahm nun die Beauftragung der Spezialabteilung zur Bekämpfung organisierter Kriminalität durch die hamburgische Staatsanwaltschaft im November 2012. Wie Spiegel online berichtet, fokussieren sich alleine diese Ermittlungen auf eine ergaunerte Beute von immerhin rund 2 Millionen €. Den Schlusspunkt bildeten nunmehr die Razzien in Warschau und Posen sowie in Deutschland unter anderem in Hamburg, Essen und Duisburg. Neben einer Vielzahl von Fahrzeugen der Luxusklasse, hier unter anderem Porsche und Ferrari, wurden massenhaft weitere Wertgegenstände wie Gemälde, Schmuck, Vasen und Porzellan sichergestellt und konfisziert, neben Lakatosz wurden eine Vielzahl weiterer Personen aus dem Umkreis der Sippe in Haft genommen.

Die auf Wirtschafts-, Banken- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath ist ständig mit hunderten von laufenden Verfahren auf diesen Gebieten mandatiert und hat sich insbesondere auf der nachdrücklichen und effektiven Durchsetzung bestehender Ansprüche eine exzellente Expertise erarbeitet. Wir weisen darauf hin, dass die durch die nunmehr dingfest gemachte Bande geschädigten Opfer keinesfalls automatisiert nach Ablauf des Verfahrens entschädigt werden, vielmehr muss in jedem Einzelfall durch die Betroffenen über die Erwirkung eines zivilrechtlichen Titels ein Anspruch geltend gemacht und durchgesetzt werden. Beim Zugriff auf die verbliebene Vermögensmasse der Beschuldigten wird hier wiederum streng nach dem sogenannten Prioritätsprinzip gearbeitet, umgangssprachlich: wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Deshalb sollten Geschädigte möglichst umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlichen Möglichkeiten zur Durchsetzung bestehender Schadensersatzansprüche prüfen und umsetzen. Gerne dürfen Sie sich in diesem Sinne mit uns in Verbindung setzen, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Klärung der Sachlage ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


Rechtstipp vom 02.06.2014

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