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Envion AG: Neuer Krypto-Skandal – wo sind die 100 Millionen Dollar?

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17.05.2018: Unter anderem das Handelsblatt berichtet über einen neuen Skandal und möglichen Betrugsfall auf dem Markt für sog. ICOs (Initial Coin Offering, Erstausgabe von Münzen). Erst im vergangenen Oktober wurde das Unternehmen im Schweizer Kanton Zug gegründet und eingetragen. Nur wenige Monate zuvor hatte Verwaltungsratschef Matthias Woestmann eine Gruppe junger Computerspezialisten in Berlin getroffen und hier entsprechende Vorbereitungen getroffen. Unterstützt und anfangsfinanziert wurde die Truppe durch einen Berliner Wagniskapitalgeber. Innerhalb kürzester Zeit wurden nun über den Jahreswechsel im Sog des Bitcoin-Booms rund 100 Millionen $ eingesammelt – gegen die Ausgabe von Envion–Tokens für je 1 Dollar. Grundlegende Geschäftsidee war der Betrieb einer großen Menge an mobilen Kraftwerken in Containerform, die schnell und mit geringem Aufwand jeweilig an Orte günstiger und umweltfreundlicher Energieerzeugung transportiert hätten werden sollen.

24 Millionen Tokens zu viel erzeugt – 140 Mio. $ weg?

Anschließend wird die märchenhafte Geschichte unübersichtlich: Statt planmäßiger 103 Millionen Token seien in der Firma 127 Millionen erzeugt worden – der Verbleib der überzähligen Wertmünzen allerdings scheint unklar. Sie seien „an unbekannte Personen verteilt“ worden, kündet eine zwischenzeitlich von CEO Woestmann erstellte Strafanzeige gegen Geschäftspartner Michael Luckow. Zum Zwecke der Nachforschung bestellte Anwälte seien nurmehr auf verwischte Spuren gestoßen, der Verbleib der Tokens durch die Verteilung auf eine Vielzahl unterschiedlicher Adressen innerhalb der Blockchain-Datenbank verschleiert worden. Insgesamt könnte der Verbleib von sogar 140 Millionen Dollar fraglich sein.

Strafanzeigen gegen Geschäftspartner

Michael Luckow, Eigentümer einer gewissen Trado GmbH, werde von Matthias Woestmann als Hauptschuldiger geführt. Die Trado GmbH wiederum scheint das operative Zentrum, wo Tagesgeschäft und Verwaltung geleistet und durch Envion bezahlt werden. Luckow wiederum beschuldige seinerseits Woestmann: „Wir standen in der Vergangenheit im regelmäßigen Austausch mit Matthias Woestmann. Entsprechend seinen Anweisungen wurden mehr Tokens erstellt als benötigt.“ Diese seien für einen zwischenzeitlich abgesprungenen Investor vorgesehen gewesen. Woestmann habe einer geplanten Vernichtung bislang nicht zugestimmt.

Geschäftsführung „absurd und dilettantisch“

Weiters berichtet das Handelsblatt von einem immer absurder werdenden Streit der Verantwortlichen untereinander. Die Rede ist von unabgesprochener Kapitalerhöhung, gegenseitiger Sperrung der Firmenwebseite und des Facebook-Auftritts, dem einseitigen Versuch der Trennung von regulären und falschen Tokens vermittelst eines externen Wirtschaftsprüfers, der gegenseitigen Blockade auf allen Ebenen. Die Geschäftsführung agiere „absurd und dilettantisch“, so ein zitierter Insider, eine funktionierende Struktur gebe es nicht.

Envion AG: Krypto-Chaos auf allen Ebenen

Die prominenten Berater Friedbert Pflüger (CDU) und Torsten Grenz aus Politik und Wirtschaft hätten die Zusammenarbeit zwischenzeitlich beendet, ein zweiter Verwaltungsrat sei zurückgetreten, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC habe die Flucht ergriffen. Einstweilen empfehle Matthias Woestmann geschädigten Investoren, sie sollten Ansprüche auf Schadensersatz an seinen vormaligen Geschäftspartner Michael Luckow richten. Die bundesdeutsche Anstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erkläre sich unterdessen nicht zuständig, auch Woestmann verweise auf die schweizerische Firma.

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Rechtstipp vom 22.05.2018
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und den Rechtsgebieten Bankrecht & Kapitalmarktrecht, Wirtschaftsrecht

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