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Erbschaftsteuer: neue Steuerbefreiung in Andalusien (Spanien)

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Kürzlich trat eine neue Steuerbefreiung im Fall von Erbschaft- und Schenkungsteuer in Andalusien (Spanien) in Kraft, die von speziellem Interesse für Erben von Wohnraum oder anderen Vermögen, ist.

Besagte Steuerbefreiung erhöht den Steuerfreibetrag auf 250.000 Euro pro Erben für den Fall, dass das vorbestehende Vermögen 402.678,11 Euro nicht übersteigt.

Aufgrund der Komplexität dieser steuerlichen Materie bieten wir Ihnen ein praktisches Beispiel nach jeder Erklärung mit dem Ziel, dass das, worum es geht, gut zu verstehen ist.

Wer profitiert davon?

Ende 2016 wurde eine neue Steuerbefreiung genehmigt, die seit Anfang 2017 in Kraft ist. Sie ist für viele Bewohner Andalusiens von Vorteil – vor allem für nahe Verwandte, wie Kinder, Enkelkinder, Ehepartner, Eltern und Großeltern. Bisher war Andalusien die Region mit den höchsten Erbschafts- und Nachfolgesteuern. Der Freibetrag für jeden Erben betrug 175.000 € Euro.

Welches sind die Änderungen?

Diese neue Steuerbefreiung erhöht den Steuerfreibetrag auf 250.000 Euro. Das bedeutet, dass die Erben für bis zu einem Betrag von 250.000 Euro keine Steuern bezahlen müssen. Zum besseren und leichteren Verständnis möchten wir Ihnen gern ein vereinfachtes Beispiel geben:

Stellen wir uns vor, dass die Eigentümer einer Wohnung ein Ehepaar sind. Jedem gehören 50 % der Wohnung. Der Ehemann verstirbt 2017 und die Wohnung hat einen Gesamtwert von 600.000 Euro. Erben sind zu gleichen Teilen die Ehefrau und der einzige Sohn.

In diesem Fall wäre das vom verstorbenen Ehemann zu erbende Vermögen 50 % des Wohnungswertes, d.h.: 300.000 Euro. Somit betrüge das Erbe pro Person 150.000 Euro. Dieser Betrag liegt unter dem Steuerfreibetrag und ist somit nicht steuerpflichtig.

Wenn man dieses neue Gesetz mit dem alten vergleicht, bei dem im Fall einer Erbschaft von über 175.000 Euro von den Erben für den gesamten Betrag Steuern gezahlt werden musste, gibt es bei diesem neuen Gesetz eine Änderung in der Berechnung, damit bei Erbschaften in Höhe von bis zu 250.000 Euro keine Steuern erhoben werden. Bei Erbschaften von 250.000 bis 350.000 Euro gibt es einen Steuerfreibetrag von 200.000 Euro, das heißt, dass – auch wenn die Obergrenze von 250.000 Euro überschritten ist – eine Steuerminderung von 200.000 Euro zum Tragen kommt. Es muss also nur Steuern auf alles, was über 200.000 Euro liegt, entrichtet werden.

Zum besseren Verständnis bieten wir Ihnen ein neues einfaches Beispiel. Wenn Sie die obigen Bedingungen erfüllen und Ehepartner oder Kind des Verstorbenen sind und einen Betrag in Höhe von 300.000 Euro erben, müssen Sie, da die Erbschaft den Freibetrag von 250.000 Euro übersteigt, Steuern zahlen. Da die Erbschaft sich unterhalb der 350.000 Euro befindet, erhalten Sie einen Freibetrag in Höhe von 200.000 Euro. Sie müssen somit nur Steuern auf den darüber liegenden Betrag (in diesem Fall 100.000 Euro) entrichten.

Residenten und Nicht-Residenten

Diese Freistellung wird in Andalusien angewandt, sodass ihre Anwendung variiert – je nachdem, ob der Verstorbene Resident in Andalusien oder in der Europäischen Union ist. Für die Anwendung der neuen Ausnahmeregel gibt es zwei Voraussetzungen: der Verstorbene muss seinen Wohnsitz in Andalusien haben oder die Immobilie muss sich in Andalusien befinden. In diesen beiden Fällen muss der Erbe Resident in der Europäischen Union sein. Wenn Sie und Ihr Erbe beispielsweise ihren Wohnsitz in Deutschland haben und sich die Immobilie in Andalusien befindet, dann würde dieses neue Freistellungsgesetz gelten.

Sollten Sie mehr Information über dieses neue Steuergesetz oder zu anderen, juristischen Fragen wünschen, freuen wir uns, Ihre ersten Rechtsfragen kostenlos zu klären.


Rechtstipp vom 13.03.2017

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