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Erbunwürdigkeit

Viele Menschen glauben: Wer enterbt ist, bekommt gar nichts, weil er es nicht verdient hat. Das ist in doppelter Hinsicht falsch: Jemanden zu enterben ist leicht. Beim Berliner Testament findet automatisch und ohne Grund eine Enterbung statt, denn die Kinder sollen beim ersten Todesfall nichts bekommen. Das heißt, sie sind beim Tod des ersten Elternteils enterbt. Deshalb entstehen Pflichtteile. Nun sagen viele: Die Kinder sind doch Schlusserben! Das ist zwar richtig, aber die Kinder sind nur Schlusserben des Letztversterbenden. Wenn der das Vermögen verbraucht hat oder aufbrauchen musste, ist die Schlusserbenstellung nichts wert.

Es kommt bei der Enterbung also nicht darauf an, ob der Übergangene es nicht verdient hat, zum Kreis der gesetzlichen Erben zu gehören. Deshalb erhält er dann auch den Pflichtteil, wenn er zum Kreis der Pflichtteilsberechtigten gehört.

Wenn er aber nun wirklich gar nichts bekommen soll, braucht man schon einen guten Grund. Dann spricht man von Pflichtteilsentziehung. Diese erfolgt durch eine letztwillige Verfügung, die den Pflichtteilsberechtigten gleichzeitig enterbt. Ein Entziehungsgrund ist, wenn dem Erblasser nach dem Leben getrachtet wird, wenn er schwer misshandelt wurde oder ähnlich schlimme Dinge passieren. Stellen sich solche Dinge nach dem Tod des Erblassers heraus, dann spricht man von Erbunwürdigkeit. Diese kann durch Anfechtungsklage gegen den unwürdigen Erben vor Gericht geltend gemacht werden. Gegenüber dem Vermächtnisnehmer und Pflichtteilsberechtigten genügt eine Anfechtungserklärung.

Anwaltskanzlei Dr. Zacharias


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Erbrecht Europäisches Recht, Niederländisches Recht

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