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Erfolgreicher Markteintritt in die Vereinigten Arabischen Emirate

Rechtstipp vom 06.05.2014
Aktualisiert am 03.05.2018
Rechtstipp vom 06.05.2014
Aktualisiert am 03.05.2018

Die Vereinigten Arabischen Emirate ("VAE") bieten Investoren ein attraktives Geschäftsumfeld. Zu den bedeutendsten Investitionsanreizen zählen eine liberale Wirtschaftspolitik, politische Stabilität, der grundsätzliche Verzicht auf die Erhebung von Einkommen- und Körperschaftsteuer, die Existenz verschiedenster Freihandelszonen und Offshore-Gesetzgebungen, die Möglichkeit des unbeschränkten Kapital- und Gewinntransfers, ein fester Wechselkurs zwischen der Landeswährung Dirham ("AED") und dem US-Dollar sowie das Bestehen zahlreicher bilateraler Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung.

Der Markt kann durch direktes Exportgeschäft in die VAE, durch Bestellung von Handelsvertretern bzw. Eigenhändlern oder durch die Gründung einer eigenen Niederlassung vor Ort bearbeitet werden.

Im Rahmen der Gründung von Niederlassungen sind drei Gebiete zu unterscheiden: erstens das Staatsgebiet der VAE selbst, zweitens die Freihandelszonen und drittens Gebiete, die Offshore-Gesetzgebungen unterliegen. Je nach Standort greifen unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen, die verschiedene unternehmerische Möglichkeiten eröffnen.

1. Gründung im Staatsgebiet der VAE

Eine Niederlassung kann in jedem der sieben Emirate gegründet werden.

Die von ausländischen Investoren bevorzugte Rechtsform ist die sogenannte Limited Liability Company ("LLC"). Sie ist mit der deutschen GmbH vergleichbar. Gemäß dem lokalen Gesellschaftsrecht, das auf föderaler Ebene die maßgebende Rechtsgrundlage bildet, müssen mindestens 51% der Geschäftsanteile in der Hand eines Einheimischen oder einer Gesellschaft, die zu 100% von emiratischen Staatsangehörigen gehalten wird, liegen. An dieser Voraussetzung hat auch das neue Gesetz zum Gesellschaftsrecht (Bundesgesetz Federal Law No. 2 of 2015), das im Juli 2015 in Kraft getreten ist, nichts geändert. Die Höhe des Stammkapitals können die Gesellschafter grundsätzlich selbst festlegen. Es muss indes zur Erreichung des Gesellschaftszwecks ausreichend sein.

Sofern keine Handelsaktivitäten ausgeübt werden sollen, kommt auch das Gründen einer unselbständigen Zweigniederlassung einer ausländischen Muttergesellschaft, also das Errichten einer sogenannten Branch, in Betracht. Dabei ist – anders als bei der LLC – kein Gesellschaftskapital aufzubringen. Es muss aber eine Bankgarantie in Höhe von AED 50.000 gestellt werden.

2. Gründung in einer Freihandelszone

Als Alternative zur Gründung im Staatsgebiet kommt das Errichten eines Unternehmens in einer der zahlreichen Freihandelszonen der VAE in Betracht.

Das Emirat Dubai verfügt mit Abstand über die größte Anzahl an Freihandelszonen. Diese sind zum Teil auf bestimmte Wirtschaftszweige ausgerichtet und bieten damit auch innerhalb der Freihandelszone ein ideales Geschäftsumfeld. Zu den bekanntesten Freihandelszonen zählen die Jebel Ali Free Zone, die Dubai Airport Freezone, der Dubai International Financial Centre, die Dubai Internet City und die Dubai Media City.

Einer der Hauptanreize für ausländische Investoren ist die Tatsache, dass es die Regelwerke der Freihandelszonen – anders als das föderale Gesellschaftsrecht im Staatsgebiet der VAE – erlauben, dass ein Ausländer eine LLC als Mehrheits- oder Alleingesellschafter errichtet. Das Mindeststammkapital beträgt je nach Rechtsform und Freihandelszone in der Regel zwischen AED 1.000 und AED 300.000. Werden Güter, die in einer Freihandelszone gefertigt oder gelagert werden, in das Staatsgebiet der VAE importiert, fällt für die meisten Waren ein einheitlicher Importzoll von 5 % an. Für diesen Fall wird die Freihandelszonengesellschaft wie eine ausländische Gesellschaft behandelt.

3. Gründung einer Offshore-Gesellschaft

Auch Offshore-Gesellschaften können in den VAE aufgesetzt werden. Sie bieten eine der kostengünstigsten Möglichkeiten, ein Unternehmen zu gründen. Insbesondere fallen keine Kosten für das Anmieten der sonst obligatorischen Büroräumlichkeiten an.

Zu beachten gilt jedoch, dass es Offshore-Gesellschaften in der Regel untersagt ist, Beziehungen zu Geschäftspartnern in den VAE zu unterhalten.

4. Auswahl des geeigneten Set-ups

Die Entscheidung, welcher Standort und welche Rechtsform für das konkrete Investitionsvorhaben in den VAE am geeignetsten ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu zählen Art der Geschäftstätigkeit, Sitz wichtiger Geschäftspartner und verfügbares Budget.

Vor dem endgültigen Entschluss sollte daher immer eine fundierte Analyse der jeweiligen wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen erfolgen, um die passende Basis für das Gründungsvorhaben zu finden.


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