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Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen

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Gegen Sie wird ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellem Missbrauchs von Schutzbefohlenen geführt? Sie sollen sexuelle Handlungen an ihrem Kind oder ihrer Auszubildenden vorgenommen haben? Der nachfolgende Artikel soll Ihnen Ihre Rechte im Falle solcher Beschuldigungen vor Augen führen und Sie vor Kurzschlussreaktionen, die sich fatal auf das weitere Verfahren auswirken, bewahren.

1. Was steht im Gesetz?

Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen ist in § 174 StGB unter Strafe gestellt. Das Gesetz bestraft denjenigen, der sexuelle Handlungen

a) an einer Person unter sechzehn Jahren, die ihm zur Erziehung, zur Ausbildung oder zur Betreuung in der Lebensführung anvertraut ist, oder

b) an einer Person unter achtzehn Jahren, die ihm zur Erziehung, zur Ausbildung oder zur Betreuung in der Lebensführung anvertraut oder im Rahmen eines Dienst- oder Arbeitsverhältnisses untergeordnet ist, unter Missbrauch einer mit dem Erziehungs-, Ausbildungs-, Betreuungs-, Dienst- oder Arbeitsverhältnis verbundenen Abhängigkeit oder

c) an seinem noch nicht achtzehn Jahre alten leiblichen oder angenommenen Kind

vornimmt, mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren. Dem Richter ist also grundsätzlich die Möglichkeit verwehrt auf Geldstrafe zu erkennen. 

2. Wie läuft das Strafverfahren ab?

Wie jedes andere Strafverfahren auch gibt es beim Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen zunächst ein Ermittlungsverfahren. Dieses Ermittlungsverfahren wird in fast allen Fällen auf eine Anzeige des mutmaßlichen Opfers eingeleitet. Die Ermittlungsbehörden sind grundsätzlich verpflichtet den Behauptungen nachzugehen und Ermittlungen vorzunehmen. In jedem Fall wird das mutmaßliche Tatopfer als Zeuge gehört. Oft kommt es auch zu Zwangsmaßnahmen, wie z. B. Hausdurchsuchungen. Im Ermittlungsverfahren werden auch Sie meistens von der Polizei zu einer Vernehmung eingeladen. Dieser Einladung müssen Sie nicht Folge leisten. Niemand muss vor der Polizei erscheinen und sich zu einem Tatvorwurf äußern. Sie müssen nicht einmal absagen. Lassen Sie sich von dem Text der „Vorladung" nicht irritieren. Statt zur Vernehmung zu gehen, sollten Sie sofort einen Strafverteidiger mit Ihrer Verteidigung beauftragen.

Jedes Ermittlungsverfahren endet mit einer staatsanwaltschaftlichen Entscheidung. Die Staatsanwaltschaft kann das Verfahren einstellen oder aber Anklage erheben.

Erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage, so geht das Verfahren in das gerichtliche Verfahren über. Sie bekommen die Anklageschrift mit gerichtlicher Post zugestellt und werden aufgefordert dazu binnen 7 Tagen Stellung zu nehmen. Ich bezeichne das als die letzte Möglichkeit sich nochmal oder erstmals selbst zu belasten. Sie sollten in keinem Fall dieser Stellungnahmeaufforderung nachkommen, sondern spätestens jetzt einen Strafverteidiger beauftragen.

3. Was kann ein Strafverteidiger für Sie tun?

Der Strafverteidiger ist Volljurist. Er kennt die Gepflogenheiten bei Gericht. Er weiß wie Staatsanwälte und Richter denken. Er weiß im besten Fall, wann er wie Einfluss nehmen kann. Über einen Rechtsanwalt erhalten Sie Akteneinsicht. Sie sehen damit, welche Aussagen getätigt worden sind und welche Beweismittel Eingang in die Akte gefunden haben. Sie können sich anhand dieser Informationen besser positionieren. Ihr Verteidiger kann entsprechende Beweisanträge stellen und somit dafür sorgen, dass für Sie positive Beweise zur Akte gelangen.

Viel wichtiger ist auch, dass Ihr Rechtsanwalt für Strafrecht bereits im Ermittlungsverfahren Kontakt zur Staatsanwaltschaft aufnehmen und somit Einfluss auf die Entscheidung des Staatsanwalts nehmen kann. So kann im besten Fall eine Anklage gänzlich vermieden werden.

Ist eine Anklage und eine Hauptverhandlung jedoch unvermeidbar, so kann Ihr Verteidiger dafür sorgen, dass vor Gericht Ihre Rechte gewahrt werden und ein faires, dem Strafverfahrensrecht entsprechendes Verfahren erfolgt.

Wenn Sie mit einem Tatvorwurf konfrontiert sind, machen Sie unbedingt von Ihrem Schweigerecht Gebrauch und beauftragen Sie einen Verteidiger mit Ihrer Verteidigung. Falsche Verhaltensweisen in diesem Stadium sind später fast nicht mehr zu korrigieren.

Als Rechtsanwalt für Strafrecht und Strafverteidiger verteidigt sie Rechtsanwalt Türker ohne Rücksicht auf den Tatvorwurf in allen Bereichen des Strafrechts, auch im Sexualstrafrecht, in Berlin und bundesweit.

Ein Beitrag von

Rechtsanwalt Kerem E. Türker

Kontakt: Rechtsanwaltskanzlei Türker, Turmstraße 35 A, 10551 Berlin

Tel.: (030) 683 20 817

E-Mail: info@kanzlei-tuerker.de


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Strafrecht

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