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Erteilung des Urlaubs – Urlaubsgewährung

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Grundsätzlich ist der Urlaub im Zusammenhang zu gewähren; § 7 Abs. 2 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Es sei denn, dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe machen eine Teilung des Urlaubs erforderlich.

Kann der Urlaub aus diesen Gründen nicht zusammenhängend gewährt werden und hat der Arbeitnehmer einen Anspruch von mehr als zwölf Tagen, muss einer der Urlaubsteile mindestens zwölf Tage umfassen. Andere Abmachungen zwischen den Arbeitsvertragsparteien sind allerdings wirksam; § 13 Abs. 1 Satz 3 BUrlG. Eine halbtags- oder stundenweise Gewährung ist grundsätzlich nicht statthaft.

Der Arbeitgeber hat bei Erteilung des Urlaubs auf die Wünsche des Arbeitnehmers Rücksicht zu nehmen, es sei denn, dass deren Berücksichtigung dringende betriebliche Gründe oder Wünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen (z. B. schulpflichtige Kinder), entgegenstehen; § 7 Abs. 1 BUrlG. Die Abwägung der wechselseitigen Interessen hat nach billigem Ermessen zu erfolgen.

Hat der Arbeitgeber den Urlaub festgelegt und erkrankt der Arbeitnehmer vor Urlaubsantritt, muss der Arbeitgeber den Urlaub zu einem anderen Zeitpunkt erteilen. Der Arbeitgeber kann den Urlaub in die Kündigungsfrist legen. Der Arbeitgeber kann den Arbeitnehmer auch bis zum Ablauf der Kündigungsfrist von der Arbeit freistellen unter gleichzeitiger Anrechnung auf den Urlaub.

In keinem Fall kann Urlaub im Vorgriff für das kommende Jahr erteilt werden. Der Arbeitnehmer ist grundsätzlich nicht verpflichtet, seine Urlaubsanschrift bekannt zu geben. Ebenso wenig muss er für den Arbeitgeber per E-Mail oder (Mobil-)Telefon erreichbar sein. Gewährt der Arbeitgeber den Urlaub nur unter der Bedingung, den Arbeitnehmer ständig erreichen zu können, stellt dies keine wirksame Urlaubsgewährung dar.


Rechtstipp vom 06.12.2018
aus der Themenwelt Urlaubsanspruch und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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