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Erwerbsminderungsrente

Rechtstipp vom 25.11.2013
(64)
Rechtstipp vom 25.11.2013
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Was sollten Sie bei einem Antrag auf eine Erwerbsminderungsrente beachten?

Nur etwa die Hälfte der Anträge auf Erwerbsminderungsrente werden im ersten Anlauf (also ohne Widerspruch und Klage) bewilligt. Zum Teil werden Anträge abgelehnt, weil die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für die Rente nicht erfüllt sind, d. h. zum Beispiel nicht lange genug in die Rentenkasse eingezahlt wurde. Häufiger werden Anträge jedoch deshalb abgelehnt, weil der Gutachter befindet, dass gesundheitlich gesehen (noch) keine Erwerbsminderung vorliegt. Ein Grund für die hohe Ablehnungsquote ist häufig die falsche Schwerpunktsetzung bei der Antragstellung.

Als Antragsteller sollten Sie weniger die medizinischen Diagnosen im Blick haben. Sie sollten in den Vordergrund rücken, welche Tätigkeiten im Beruf und im Alltag Sie nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausführen können.

Sie sollten genau niederlegen, wie sich Ihre gesundheitlichen Beschwerden praktisch auswirken. Dabei sollten Sie auch keineswegs Tätigkeiten zu Hause, im Garten oder im Hobbybereich vergessen. Solche Punkte werden häufig außer Acht gelassen, weil die Einschränkungen inzwischen so selbstverständlich geworden sind, dass sie gar nicht mehr registriert werden. Wer beispielsweise schon jahrelang nicht mehr auf Leitern steigen kann, um die Fenster zu putzen, dem wird das möglicherweise gar nicht mehr auffallen und er wird es nicht mehr für erwähnenswert halten.

Mein Tipp:

Führen Sie zwei Wochen lang ein „Tagebuch", in dem Sie genau aufschreiben, wobei und inwieweit Sie im Alltag eingeschränkt sind. Wenn Sie sich achtsam in ihrem Tagesablauf beobachten, werden Ihnen auch die bereits „selbstverständlichen" Einschränkungen auffallen.

Weniger Gewicht sollten Sie dagegen medizinischen Diagnosen beimessen. Diese gehen ohnehin aus den Berichten Ihrer Ärzte hervor. Selbst wenn gesundheitliche Probleme als schwerwiegend anzusehen sind, spielen sie unter Umständen für einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente keinerlei Rolle. Dies gilt beispielsweise für einen Bluthochdruck, der medikamentös gut eingestellt ist.

Auch ein anerkannter Grad der Behinderung spielt per se in Bezug auf die Erwerbsminderungsrente keine Rolle. Auch jemand mit einer 100 %-igen Schwerbehinderung kann vollzeitig berufstätig sein.

Sollte Ihr Antrag dennoch abgelehnt werden, stehe ich Ihnen gerne als Anwältin mit Rat und Tat zur Seite!

Rechtsanwältin Ritwa J. Stahl

Fachanwältin für Sozialrecht


aus dem Rechtsgebiet Sozialversicherungsrecht

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