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Es lebe der Sport...

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„Es lebe der Sport" sang einst Rainhard Fendrich und so begeistert viele Menschen zwischenzeitlich wieder wöchentlich die Fußballbundesliga, die Formel 1 oder auch Vitali Klitschko, wenn er beispielsweise Christobal Arreola in seine Schranken weist. Auch mein Kollege Thimm und ich sind Freunde des Sports und obwohl der Bauchansatz zumindest mich zu anderem bewegen sollte, so bleibt doch die Leidenschaft zumeist nur theoretischer Natur. So verfolgen wir einerseits gespannt die Bundesliga, andererseits aber auch den diversen Lokalfußball in unserer Umgebung. Und es amüsiert doch auch immer wieder wenn man feststellt, dass Bildung keine zwingende Voraussetzung zu sein scheint, um mit Fußball Millionen zu verdienen. Sie erinnern sich: „Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!" sprach einst Andy Möller. Ingo Anderbrügge hatte im Mathematikunterricht scheinbar nicht durchgehend aufgepasst als er sagte: „Das Tor gehört zu 70 % mir und zu 40 % dem Wilmots". Und selbst der Kaiser Franz Beckenbauer muss die eine oder andere Fehlstunde gehabt haben, denn für ihn stand fest: „Es gibt nur eine Möglichkeit: Sieg, Unentschieden oder Niederlage!" Und wenn wir auch den Sport mit Spannung, Hoffnung, Freude oder Leid verfolgen, so stellen sich doch auch juristische Fragen, nicht nur auf Bundesligaebene. Warum ist es eigentlich keine Körperverletzung, wenn der Klitschko dem Arreola die Nase bricht? Und was ist mit Rafinha, der seinem Gegenspieler brutal in den Knöchel springt oder Van Bommel, der wieder seinen Ellenbogen im Gesicht des Gegners versenkt? Sind das nicht alles Körperverletzungen im strafrechtlichen Sinne? Nun, darüber streiten die Gelehrten und es gilt wie so oft: „Zwei Juristen - drei Meinungen". Recht einfach ist die Lösung noch im Fall Klitschko. Denn wer zum Zwecke des Boxens in den Ring steigt, der weiß was ihm blühen kann und willigt in eine Körperverletzung ein, so dass der Gegner sich nicht strafbar macht. Dies gilt zumindest, solange alles regelgerecht vonstatten geht. Ein regelwidriger Tiefschlag hingegen, kann eine vorsätzliche oder fahrlässige Körperverletzung darstellen. Beim Fußball dagegen sieht es schon etwas anders aus, denn man wird kaum sagen können, dass jeder Spieler auf den Platz geht und zugleich in eine Blutgrätsche oder ähnliches einwilligt. Hier ist streng genommen alles, was zu einer regelwidrigen Verletzung eines Spielers führt, eine Körperverletzung, die durch ein Gericht bestraft werden und die auch zu einem Anspruch auf Schmerzensgeld führen könnte. Die Staatsanwaltschaft erhebt allerdings zumeist keine Anklage, weil der Verletzte in der Regel keinen Strafantrag stellt und das so genannte „öffentliche Interesse" an der Strafverfolgung nicht besteht. Man überlässt es daher eher den Sportgerichten, hier in welcher Form auch immer eine Ahndung herbeizuführen. Ein Freibrief ist dies jedoch natürlich nicht. Grobe Fouls, die zu schweren Verletzungen führen, zumal in den Kreis- und Bezirksligen häufig auf Asche gespielt wird, können und sollten durchaus den Staatsanwalt auf den Plan rücken. Nicht selten beenden Fouls auf einen Schlag die Karriere oder das langjährig geliebte Hobby. In derartigen Fällen sollten die Verletzten auf jeden Fall mit anwaltlicher Hilfe prüfen lassen, ob und in welcher Höhe Ansprüche gegen den Spielgegner oder auch den gegnerischen Verein bestehen. Als Zuschauer ist mir persönlich aber das Motto lieber: Fair bleiben!


Rechtstipp vom 17.12.2009

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