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Exer D GmbH: Insolvenz wird geprüft, Staatsanwaltschaft schaltet sich ein, Vermittler werden befragt

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Die Exer D GmbH hatte Anfang 2011 zugunsten der italienischen Stromhandelsgesellschaft Exergia S.P.A., welche wiederum zu dem auf erneuerbare bzw. „grüne“ Energien spezialisierten Familienkonzern F.I.S.I. gehört, Kapital eingesammelt. Die Anleihe wurde bis zum 27. Januar gehandelt und wäre zum 1. Februar fällig gewesen. Letztendlich kam es dann aber zum Ausfall der Exer D-Anleihe (wir berichteten hierzu in unserem Rechtstipp vom 14.02.2016: https://www.anwalt.de/rechtstipps/ausfall-der-exer-d-anleihe-geschaeftsfuehrer-in-haft_078693.html). Aufgrund unserer weiteren Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Exer D GmbH im Rahmen der von uns betreuten Mandate ergibt sich aktuell der folgende Sachstand:

1. Insolvenzverfahren

Derzeit wird die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bezüglich des Vermögens der Exer D GmbH geprüft. Entsprechendes wurde von uns bereits im vergangenen Jahr in die Wege geleitet. Unser Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wurde insofern zugelassen. Zuständig ist das Amtsgericht Frankfurt am Main (Geschäfts-Nr.: 810 IN 1418/16 E). Als Sachverständiger, zur Klärung der weiteren Voraussetzungen für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens, ist Herr Rechtsanwalt Fabio Algari von der Kanzlei Hermann, Wienberg, Wilhelm (http://www.hww.eu/) bestellt worden. Mit diesem stehen wir in ständigem, unmittelbaren Kontakt und Austausch. Derzeit wird von Seiten des Sachverständigen die vorläufige Insolvenzverwaltung angestrebt, um noch mehr Handlungsspielraum durch das Gericht zu erhalten. Dies insbesondere im Hinblick auf die von ihm beabsichtigte Vermögenssicherung zugunsten der Anleger. 

Wir haben in diesem Zusammenhang bereits die berechtigten Zahlungs- und Schadensersatzansprüche unserer Mandanten beim Sachverständigen angezeigt und umfassende Akteneinsicht beantragt. Diese bezieht sich dann insbesondere auch auf den vom Sachverständigen anzufertigenden Bericht für das Gericht und die Gläubiger der Exer D GmbH, d.h. vor allem auch die betroffenen Anleger.

2. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Weiterhin ist bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main (dort: Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen) ein Ermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen der Exer D GmbH anhängig (Az.: 7550 Js 239615/16). Auch hier stehen wir in Kontakt mit der Staatsanwaltschaft. Wir haben uns insofern auch für unsere Mandanten angezeigt und Akteneinsicht beantragt. Zwar wird Akteneinsicht grundsätzlich erst nach Abschluss der Ermittlungen gewährt, wir sind jedoch bemüht, zumindest im Wege der Teilakteneinsicht und/oder im Rahmen des sonstigen Informationsaustausches mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main schon vorab weitere, aussagekräftige Informationen bzw. Unterlagen zu erhalten.

3. Verantwortung der Finanzdienstleister bzw. Wertpapiervermittler

Schließlich haben wir uns für unsere Mandanten auch direkt an das jeweilige Finanzinstitut bzw. den eingeschalteten Wertpapierhändler gewandt und um Auskunft gebeten, wieso bzw. auf welcher rechtlichen Grundlage es zu der Stornierung/Rückbuchung des (Rück-) Zahlungsbetrags gekommen ist.

Wir empfehlen nach wie vor dringend allen Betroffenen, umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich möglichen Schritte zur Geltendmachung und Durchsetzung von bestehenden Schadensersatzansprüchen zu prüfen und gegebenenfalls zeitnah in die Wege zu leiten. Aufgrund unserer Tätigkeiten im Zusammenhang mit laufenden Mandanten stehen wir Ihnen als kompetenter Ansprechpartner, der in die dargestellten Verfahren eingebunden ist, gerne zur Verfügung.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankenrecht spezialisierte Kanzlei Adwus Rechtsanwälte in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath ist in diesem Bereich fortwährend mit vielen hunderten Verfahren mandatiert und hat sich über die Jahre hinweg eine hervorragende Expertise erarbeitet. Ihr Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei, auch für eine unverbindliche kurze Aufnahme des Sachstandes, ist Herr Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann. Weiterführende Informationen finden sich auch auf den kanzleieigenen Seiten im Internet (www.adwus.de).


Rechtstipp vom 01.04.2017
Aktualisiert am 26.01.2018
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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