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Falsche Angaben im Adoptionsverfahren in Russland können teuer werden

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Adoption der Kinder in Russland unter Berücksichtigung deutscher Rechtsprechung

Eine Adoption des Kindes in Russland erfolgt ausschließlich aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung und sie als Auslandsadoption erfordert in Deutschland eine gerichtliche Anerkennung. Es kommt auch vor, dass Adoptionsentscheidungen eines russischen Gerichtes in Deutschland nicht anerkannt werden. 

Die Nichtanerkennung einer Auslandsadoption in Deutschland führt unter Umständen zu gravierenden Folgen. Zum einen ist die Entscheidung des russischen Gerichtes über die Adoption rechtskräftig und kann praktisch nicht mehr abgeändert oder aufgehoben werden. Zum anderen ist das Kind schon aufgrund dieses Urteils adoptiert worden und es kann somit zweites Mal (wiederholt) nicht adoptiert werden.

Beispiel:

Ein Ehepaar aus Deutschland will ein Kind in Russland adoptieren. Es beantragt vor einem russischen Gericht eine Adoption. Die Eheleute adoptieren aufgrund der Entscheidung des russischen Gerichtes das Kind, kommen nach Deutschland und beantragen vor einem zuständigen Gericht in Deutschland eine Anerkennung dieser Adoption. Das Gericht lehnt die Anerkennung der Entscheidung des russischen Gerichtes ab.

Schritte zur Adoption eines Kindes in Russland – Leitfaden

  • Beratung zur adoptionsrechtlichen Fragestellungen
  • Vorbereitung der Unterlagen in deutscher Sprache für Verwaltungsverfahren
  • Übersetzung und Beglaubigung
  • Antragstellung vor Ort in Russland bei einer Adoptionsvermittlungsbehörde. In der Regel sind das Ministerien eines Gebietes Russlands
  • Vorschlag der Behörde. 

Hinweis: Ausländische Adoptivwilligen dürfen nicht selbst ein Kind aus der Datenbank für Adoptivkinder wählen. Das Kind muss von der Behörde den Adoptivwilligen vorgeschlagen werden.

  • Besuch und Kennenlernen des Kindes an seinem Wohnort
  • Vorbereitung der Unterlagen für Gerichtsverfahren
  • Antrag bei dem Landesgericht am Wohnort des Kindes
  • Gerichtsverhandlung
  • Vorbereitung der Unterlagen für Ausreise des Kindes nach Österreich oder in die Schweiz
  • Anmeldung des Kindes bei dem russischen Konsulat am neuen Wohnort des Kindes
  • Berichterstattung an die russische Adoptionsvermittlungsbehörde, jährlich (3 Jahre)

Rechtstipp vom 20.07.2018
aus der Themenwelt Adoption und den Rechtsgebieten Familienrecht, Internationales Recht, Unterhaltsrecht | Russisches Recht

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