Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Familienstiftung als Alternative zur GmbH

(1)

In vielen Fällen ist es hilfreich, das eigene Vermögen „auszuflaggen“ und in eine andere Rechtsform zu überführen. Dies kann begründet sein mit dem Wunsch, die Nachfolge schon zu Lebzeiten klar zu definieren. Das Vermögen (Geld, Immobilien, Unternehmen) muss in diesem Fall nicht im Erbfall aufgeteilt werden, vielmehr partizipieren die Erben gemeinsam. Oder es stellt sich beispielsweise die Frage, warum man als Privatperson Gewinne aus seinem Aktiendepot mit 25 % versteuern muss, als GmbH aber nicht. Hier wird gerne dazu geraten, das Vermögen in eine GmbH (Holding) einzubringen.

Nicht immer ist dies der beste Weg. Eine GmbH verlangt einiges an Aufmerksamkeit und Können, alleine, um die gesetzlichen Pflichten wie Bilanzierung etc. zu erfüllen. Oft sind Nachkommen schlicht nicht geeignet oder willens, unternehmerisch tätig zu sein, sodass das geerbte Unternehmen oder Vermögen direkt zerschlagen wird. Hier soll nun kurz die (nicht gemeinnützige) Familienstiftung als Alternative zur GmbH vorgestellt werden.

Eine Stiftung wird steuerlich gleich einer GmbH behandelt, hat also gegenüber Privatpersonen die gleichen Vorteile bei der Verwaltung von Vermögenswerten wie Aktien oder GmbH-Anteilen. Sie ist, vereinfacht ausgedrückt, ein Vermögen, das sich selbst gehört – und das ist gut so. Denn dadurch bleibt das in der Stiftung gehaltene Vermögen dort erhalten. Es kann nicht einfach von Erben „zu Geld gemacht werden“, das Vermögen wird geschützt, vermehrt sich und kann laufend dazu dienen, die Familie zu unterstützen. Und der Stifter hat die Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen, wie die Familie unterstützt wird.

Mangels Verpflichtung hierzu fallen bei der Stiftung generell keine Kosten für Bilanzierung, Veröffentlichungen und IHK an. Die laufenden Kosten sind also geringer als bei einer GmbH, was den Ertrag der Stiftung erhöht.

Stiftungen sind von der hierfür zuständigen Stiftungsaufsicht (hier gilt Landesrecht) anzuerkennen. Das Anerkennungsverfahren ist gründlich, da eine Stiftung auf lange Zeit lebensfähig sein muss und nach der Anerkennung in den meisten Bundesländern kaum noch behördlich überwacht wird, weshalb üblicherweise ein Mindestgrundstockvermögen von 100.000 € in die Stiftung einzubringen ist. Die Errichtung einer Stiftung erfordert daher mehr Aufwand als die Gründung einer GmbH. Generell wird jedoch kein Notar für die Errichtung einer Stiftung benötigt, was dazu führt, dass die Gesamtkosten bei der Gründung einer GmbH und bei einer Errichtung einer Familienstiftung nicht sehr unterschiedlich sind.

Bei ihrer Errichtung hat die Familienstiftung als nicht gemeinnützige Stiftung zwar das ihr gestiftete Vermögen zu versteuern. Dies richtet sich aber nach der Erbschaftssteuer. Werden nur Ehegatten, Kinder, Stiefkinder und Abkömmlinge begünstigt, kommen der Stiftung die entsprechenden, recht hohen Freibeträge zugute. Bei größerem Vermögen kann es sich anbieten, mehrere Stiftungen (z. B. eine pro Kind) zu errichten, die jeweils die Freibeträge ausschöpfen.

Gerne stehe ich Ihnen persönlich für eine umfassende Beratung zur Verfügung.


Rechtstipp vom 17.04.2018
aus der Themenwelt Erbe und Nachlass regeln und den Rechtsgebieten Erbrecht, Unternehmensrecht & Betriebsnachfolge

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.