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Fehler bei Kündigungen eines Arbeitsverhältnisses - Teil 1

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Im Arbeitsleben ist es häufig wie im richtigen Leben - die wenigsten Beziehungen halten ewig. Im Falle einer Kündigung durch den Arbeitgeber gilt es für den Arbeitnehmer schnell zu reagieren. Denn auch eine fehlerhafte Kündigung wird wirksam, wenn der Arbeitnehmer nicht innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung eine Kündigungsschutzklage einreicht. Daher empfiehlt es sich, nach der Kündigung einen Beratungstermin bei einem Anwalt zu vereinbaren, der die Kündigung auf Fehler prüft.

In unserer täglichen Praxis haben wir immer wieder unwirksame Kündigungen auf dem Tisch. In diesem Beitrag möchten wir uns zunächst mit den Kündigungsfristen beschäftigen:

Sofern im Vertrag nichts anderes geregelt ist, gelten die gesetzlichen Vorschriften. In § 622 BGB heißt es daher im ersten Absatz:

„Das Arbeitsverhältnis eines Arbeiters oder eines Angestellten (Arbeitnehmers) kann mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden."

Hier liegt bereits die erste Stolperfalle, da im nachfolgenden Absatz abweichende Regelungen getroffen werden:

Sobald ein Arbeitsverhältnis zwei Jahre oder länger bestanden hat, kann der Arbeitgeber in der Regel nur noch zum Ende des Kalendermonats kündigen. Dies bedeutet, dass eine Kündigung zum 15. eines Monats unwirksam sein kann. Eine solche unwirksame Kündigung kann besonders teuer werden, wenn der Arbeitgeber nicht "hilfsweise zum nächstmöglichen Termin" kündigt. Fehlt dieser Satz, ist die Kündigung unwirksam und kann mit einer Kündigungsschutzklage angegriffen werden. Je nachdem, wann die Klage eingereicht wird, kann so durchaus noch ein Monat länger Gehalt gezahlt werden. Für den Arbeitgeber ärgerlich, den Arbeitnehmer freut es natürlich.

Eine weitere Besonderheit ist die Fristdauer: Ein Arbeitsverhältnis, das weniger als zwei Jahre besteht, kann mit einer Frist von vier Wochen gekündigt werden, danach sieht das Gesetz eine Frist von einem Monat oder länger vor. Für den Laien sind vier Wochen auch ein Monat, der Jurist aber weiß, dass der Unterschied zwischen 4 Wochen und einem Monat manchmal wenige Tage sind. Das bedeutet: Wurde die Frist nicht eingehalten, weil ein Tag zu spät gekündigt wurde, läuft das Arbeistverhältnis einen Monat länger. Hier können wenige Tage bereits mehrere tausend Euro Unterschied machen!

Allerdings muss der Arbeitnehmer eine unwirksame Kündigung innerhalb der 3-Wochen-Frist mittels Klage angreifen.

Da im Arbeitsrecht jede Partei die Kosten der ersten Instanz selbst tragen muss, ist es wichtig, vorher über die Kosten zu sprechen, bevor man Klage einreicht. Wir stehen Ihnen von Montag bis Sonntag unter 0621-39182022 für eine kostenlose Ersteinschätzung zur Verfügung. Rufen Sie uns unverbindlich an, wir sagen Ihnen dann, was zu tun ist und welche Kosten anfallen. Wir beraten Sie in Mannheim und Neustadt an der Weinstraße.


Rechtstipp vom 11.03.2014
aus der Themenwelt Abmahnung und Kündigung und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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