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Festnahme von FIFA-Fußball-Funktionären in der Schweiz

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Festnahme von FIFA-Fußball-Funktionären in der Schweiz
Die FIFA ist ein gemeinnütziger Verein nach Schweizer Recht.

Am Mittwoch wurden mehrere Funktionäre des Fußball-Weltverbands FIFA festgenommen. Die US-Justizministerin Loretta Lynch sprach auf einer Pressekonferenz von Korruption und organisierter Kriminalität – hierfür sollen in den USA Strafen bis zu 20 Jahren Haft drohen.

Zunächst muss aber offenbar über die Auslieferung der betroffenen Personen in die Vereinigten Staaten verhandelt werden. Die Festnahmen hatten nämlich durch Schweizer Behörden im Rahmen der Amtshilfe für die US-Justiz in der Alpenrepublik stattgefunden. Der Sitz der FIFA liegt in Zürich.

Copa America 2016 als Grund?

Laut US-Ministerin Lynch sollen rund um die Vergabe des Copa America 2016 Bestechungsgelder in Höhe von rund 110 Millionen Dollar geflossen sein. Das Fußballturnier soll nun erstmals nicht in Südamerika, sondern in den USA ausgetragen werden.

Zwar werden auch in Zusammenhang mit der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar immer wieder Korruptionsvorwürfe laut. Damit seien die amerikanischen Behörden allerdings nicht befasst.

Keine Hinweise auf Spielmanipulationen

Laut der New Yorker Staatsanwaltschaft gebe es diese Art von Korruption und Bestechung im internationalen Fußball seit rund zwei Jahrzehnten. Hinweise, dass Spiele oder Verläufe von Turnieren manipuliert worden seien, gebe es in diesem Zusammenhang bisher allerdings nicht.

Was den Festgenommenen und angeblichen einer Reihe weiterer Verdächtiger konkret vorgeworfen und vor allem nachgewiesen werden kann, wird sich wohl erst in den nächsten Wochen, Monaten oder vielleicht Jahren herauskristallisieren.

Bestechung, Bestechlichkeit oder mehr?

Mögliche Delikte wie Bestechung und Bestechlichkeit stehen oft nicht allein. In vielen Fällen kommen bei solchen geheimen Zahlungsarrangements beispielsweise Geldwäsche und Steuerhinterziehung beinahe schon zwangsläufig hinzu.

Aber sämtlichen Beschuldigungen, die in den Medien nun explosionsartig verbreitet werden, müssen nun zunächst Beweise folgen. Bis zu einer etwaigen strafrechtlichen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

(Quelle: dpa-Meldung v. 27.05.2015 „US-Justizministerin: Fußball-Funktionären drohen 20 Jahre Haft“)

(ADS)

Foto : ©Fotolia.com/matimix


Rechtstipp vom 28.05.2015
aus den Rechtsgebieten Sportrecht, Strafrecht

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