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Fiktive Abrechnung bei der Kasko - Marken- oder freie Werkstatt?

Rechtstipp vom 20.11.2015
Rechtstipp vom 20.11.2015

Wie im Haftpflichtbereich ranken sich auch im Bereich der Schadensregulierung bei der eigenen Kaskoversicherung die Fragen, wie viel denn die Kaskoversicherung nun eigentlich bezahlen muss. Gerade bei der Abgrenzung der erforderlichen Reparaturkosten stellt sich die Frage, ob der Geschädigte die (i.d.R. teureren) Reparaturkosten einer Markenwerkstatt ansetzen kann oder ob der Versicherer nur die (i.d.R. billigeren) Reparaturkosten einer freien Werkstatt abrechnen darf. Diese Frage hat jetzt der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden.

In seinem Urteil vom 11.11.2015 (Az.: IV ZR 426/14) hat der BGH entschieden, dass auch im Rahmen der fiktiven Abrechnung – also ohne einen tatsächlichen Reparaturnachweis – der Geschädigte unter bestimmten Bedingungen Ersatz der voraussichtlichen Reparaturkosten in einer Markenwerkstatt verlangen darf. Dies ist dann der Fall, wenn

  • es sich um ein „neueres“ Fahrzeug handelt oder
  • wenn das Fahrzeug bislang stets in einer Markenwerkstatt gewartet und repariert wurde („scheckheftgepflegt“).

Die Beweislast hierfür trägt der Geschädigte selbst, so dass angeraten wird, Wartungen und Reparaturen in der Fachwerkstatt stets entsprechend dokumentieren zu lassen und diese Nachweise immer aufzuheben. Auch die entsprechenden Rechnungen sollten nicht entsorgt werden!

Es ist davon auszugehen, dass gerade kurz nach der Veröffentlichung dieser Entscheidung viele Versicherer und auch Gerichte diese Rechtsprechung noch nicht kennen. Wir können Ihre Ansprüche vollumfänglich durchsetzen.


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