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Finanzielle Konsequenzen der unterschiedlichen Feststellungsmethoden für den Geschäftsführer

Rechtstipp vom 17.03.2017
(2)
Rechtstipp vom 17.03.2017
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Aufgrund der Tatsache, dass der Insolvenzverwalter die Insolvenzreife anhand der Indizien ableitet, sollte der Geschäftsführer rechtzeitig Selbstschutzmaßnahmen vornehmen. Unter anderem zählen hierzu die Erstellung einer Liquiditätsbilanz und einen Liquiditätsplan sowie dessen anschließende Fortschreibung für die Dauer der wirtschaftlichen Krise. Diese Dokumente sollten dringend gut aufbewahrt werden und ggf. dem Gericht oder auch dem Insolvenzverwalter später vorgelegt werden. Nur so ist es dem Geschäftsführer möglich, etwaige – für eine Zahlungseinstellung sprechenden – Indizien ohne große Aufwand zu widerlegen. Ferner dient es ebenfalls dem Geschäftsführer, nicht unnötig privates Vermögen in die Gesellschaft zum Zeitpunkt der Krise zu investieren. Sämtliche Beratungen, die der Geschäftsführer nach Insolvenzeröffnung persönlich in Anspruch nimmt, um rückwirkend eine Liquiditätsbilanz und einen -plan zu erstellen, hat er selbst zu bezahlen. Gleiches gilt, wenn er vorgerichtlich untätig bleibt und die Klageerhebung des Insolvenzverwalters abwartet. Das Gericht wird in diesem Fall einen gesonderten Gutachter bestimmen. Die angefallenen Gutachterkosten sind ebenfalls vom Geschäftsführer zu begleichen. Anders verhält es sich bei den Beratungen, die der Geschäftsführer zuvor für die Gesellschaft in Anspruch nimmt, denn diese sind aus dem Vermögen der Gesellschaft zu zahlen.

Darüber hinaus besteht die Notwendigkeit einer schnellstmöglichen Liquiditätsüberprüfung einer Gesellschaft, wenn das Geschäftsführeramt übernommen wurde. In der Regel kann sich der neue Geschäftsführer lediglich für einen kurzen Zeitraum nach Amtsantritt darauf berufen, nichts von den Zahlungsschwierigkeiten der Gesellschaft gewusst zu haben. Demnach ist der Geschäftsführer dazu verpflichtet, sich ohne schuldhaftes Zögern umgehend einen Überblick über die wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse der Gesellschaft zu verschaffen. Lediglich aufgrund dieses Verhalten ist er imstande, einen ggf. notwendigen Insolvenzantrag fristgerecht einzureichen.

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Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Insolvenzrecht

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