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Flugausfälle bei TUIfly – Entschädigung bis zu 600 € für Fluggäste möglich

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Die Fluggesellschaft TUIfly muss bereits seit Donnerstag massenhaft Flüge streichen aufgrund kurzfristiger Krankmeldungen der Crew-Mitarbeiter. Pünktlich zum Beginn der Herbstferien sollen etwa 9.000 Passagiere von Verspätungen und Ausfällen bei TUIfly und Air Berlin betroffen sein.

Entschädigung bei Flugausfällen nach der EU-Fluggastrechteverordnung:

Bei Flugausfällen haben Fluggäste Entschädigungsansprüche gegen das ausführende Flugunternehmen in Höhe von 250 bis 600 Euro pro Person. Die jeweilige Höhe hängt von der Entfernung zwischen Abflug- und Ankunftsort.

  • Bei 1.500 km oder weniger: 250€ / Person
  • Bei 2.500 km bis 3.500 km: 400€ / Person
  • Bei Distanzen darüber hinaus: 600€ / Person

TUI beruft sich auf außergewöhnliche Umstände

TUI hat bereits mitgeteilt, dass eine Entschädigung nach der Fluggastrechteverordnung nicht gezahlt werden soll, da es sich bei Verspätungen und Ausfällen durch den hohen Krankenstand um einen „außergewöhnlichen Umstand“ handle, der eine Haftung der Fluggesellschaft ausschließe.

Ansicht von TUI rechtlich äußerst fragwürdig

Diese Argumentation von TUI ist vor dem Hintergrund der Rechtsprechung des BGH jedoch nicht haltbar. Danach sind außergewöhnliche Umstände, die gegebenenfalls zu einem Wegfall der Ausgleichspflicht führenden solche, die nicht dem gewöhnlichen Lauf der Dinge entsprechen, sondern außerhalb dessen liegen, was üblicherweise mit dem Ablauf der Personenbeförderung im Luftverkehr verbunden ist oder verbunden sein kann. Es sollen Ereignisse erfasst werden, die nicht zum Luftverkehr gehören, sondern als – jedenfalls in der Regel von außen kommende – besondere Umstände seine ordnungs- und planmäßige Durchführung beeinträchtigen oder unmöglich machen können. Hierunter würden die Aschewolke über Island und Streiks von Personal oder Fluglotsen fallen. Nach unserer Ansicht stellt ein hoher Krankenstand dagegen ein unternehmensinternes Problem dar und liegt im Rahmen eines normalen Betriebsrisikos mit welchen jeder Arbeitgeber einkalkulieren muss.

Richtigerweise haben auch das Landgericht Darmstadt (Urteil vom 23.05.2012, 7 S 250/11) und das Landgericht Düsseldorf (Urteil vom 22.08.2014, 22 S 31/14) die Erkrankung eines Piloten nicht als außergewöhnlichen Umstand gelten lassen.

Warum einen Rechtsanwalt beauftragen?

Im Internet gibt es zahlreiche Anbieter, die Ihre die Rechte als Passagier gegen eine Provision geltend machen. Die Anbieter übernehmen dann das Risiko, dass die Forderung nicht eingetrieben werden kann. Sie zahlen erst mal nichts. Bei Erfolg bekommt der Anbieter von Ihnen eine Provision. Diese liegt je nach Anbieter bei ca. 25 % zzgl. MwSt. von der Entschädigungssumme, die Sie bekommen. Bei einer Entschädigung von 400 € bekommen Sie also nur 281 € ausgezahlt.

Wenn Sie in demselben Fall einen Rechtsanwalt beauftragen, liegt die Vergütung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) deutlich unter der Provision. Zudem wird die Provision von der Fluggesellschaft – anders als die Anwaltskosten nach dem RVG – nicht erstattet.

Wie gehe ich vor?

Damit Sie einen Anspruch auf Erstattung der Anwaltskosten haben, muss die Fluggesellschaft in Verzug gesetzt werden. Sie als Fluggast müssen die Fluggesellschaft auffordern Ihre Ansprüche innerhalb einer angemessenen Frist zu erfüllen. Regelmäßig ist das eine Frist von zwei Wochen. Werden Ihre Ansprüche von TUI abgelehnt oder wird innerhalb der 14-tägigen Frist nicht reagiert, können Sie einen Anwalt mit der Durchsetzung Ihrer Ansprüche beauftragen. Die Kosten des Anwalts muss TUI dann ebenfalls bezahlen.

Hatte auch Ihr Flug Verspätung oder wurde gestrichen? Die Anwälte der Kanzlei am Dom helfen Ihnen gerne weiter Ihre Rechte als Fluggast durchzusetzen.

www.kanzlei-am-dom.net/allgemein/tuifly-verspaetung-entschaedigung-bis-zu-600-e-fuer-fluggaeste-moeglich.html


Rechtstipp vom 08.10.2016

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