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Führerscheine, die vor dem 19.01.2013 ausgestellt wurden, sind bis zum 19.01.2033 umzutauschen.

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In Deutschland gibt es eine für die übrige EU ungewohnte Unterscheidung: Eine Fahrerlaubnis wird von der Behörde (Landkreis o. ä.) erteilt und in deren Akten vermerkt. Der Führerschein ist das Beweisdokument über eine solche Erlaubnis. Geht er verloren, weil die Brieftasche gestohlen wird, bleibt die Fahrerlaubnis wirksam und Sie dürfen mit dem Auto zur Behörde fahren, um eine Ausstellung eines neuen Führerscheins beantragen – ohne Prüfung natürlich. Wird die Fahrerlaubnis vom Gericht oder der Behörde entzogen, nützt Ihnen auch der heimlich behaltene Führerschein nichts mehr: er darf nicht als Beweis verwendet werden.

Führerscheine, die ab 19.01.2013 ausgestellt werden, sind gültig für 15 Jahre. Führerscheine, die vor dem 19.01.2013 ausgestellt worden sind, müssen bis zum 19.01.2033 umgetauscht werden. Ist die Gültigkeit eines Führerscheins abgelaufen, muss ein neuer Führerschein beantragt werden (keine neue Fahrerlaubnis). Resultat: Wer am 19.01.2013 schon einen Führerschein besitzt und 40 Jahre alt ist, muss mit 60 Jahren seinen Führerschein in einen neuen umtauschen, der dann bis zum 75. Lebensjahr gültig ist, und bei Ausstellung eines weiteren neuen Führerscheins gilt dieser dann bis zum 90. Lebensjahr. Oder:

Wer am 19.01.2013 bereits einen Führerschein besitzt und schon 65 Jahre alt ist, muss mit 85 Jahren seinen Führerschein in einen neuen umtauschen, der dann bis zum 100. Lebensjahr gültig ist, und bei Ausstellung eines weiteren neuen Führerscheins gilt dieser dann weitere 15 Jahre. Es ist damit zu rechnen, dass in den ersten zehn Jahren der neuen Regelung Verwaltungsvorschriften erlassen werden, die für einen erneuten Führerschein ärztliche Untersuchungen vorschreiben – wie es heute bereits für Lkw-Fahrer und Inhaber von Personenbeförderungsberechtigungen üblich ist.

Nach § 24 a FeV läuft nur die Gültigkeit des Führerscheins nach 15 Jahren ab, das Beweisdokument muss neu ausgestellt werde. Trotz gültiger Fahrerlaubnis, die gemäß § 23 FeV weiter gilt, muss die Person zum Amt. Die Fahrerlaubnis läuft nicht ab – es sei denn, sie würde ausdrücklich entzogen. Dafür sind nur das Gericht und die Fahrerlaubnisbehörde zuständig (in Hamburg LBV, i.Ü. Landkreise). 


Rechtstipp vom 21.12.2017
aus der Themenwelt Auto und Verkehr und den Rechtsgebieten Ordnungswidrigkeitenrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht

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