Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Führerscheinentzug bei Amphetaminkonsum

(6)

Verwaltungsgerichtsentscheidung Neustadt, Urteil vom 20.04.2016, Az: 1 L 269/16.Nw; Beschluss vom 20.06.2017, Az: 1 L 636/17.Nw

Das Verwaltungsgericht Neustadt hat konsequent mehrere Entscheidungen gefällt, bei denen den Betroffenen nach Feststellung von Amphetamin im Blut der Führerschein sofort entzogen worden ist. In der Entscheidung vom 20.04.2016 hatte der Betroffene eine Konzentration von 0,018 mg/l Amphetamin im Blut. Dies genügte, obwohl der Stoff bereits nahezu abgebaut war, um den Führerschein zu entziehen. Der Antragsteller hatte erklärt, dass er sich unter Alkoholeinfluss am Samstag habe verleiten lassen, an einer „Linie“ Amphetamin zu ziehen. Er sei dann bis Donnerstag nicht Auto gefahren, weil dieser Stoff in längstens 3 Tage abgebaut sei.

Entscheidung

Das Gericht hatte bereits die einmalige Einnahme der sogenannten „harten Droge“ Amphetamin für die Ungeeignetheit zum Führen eines Kfz im öffentlichen Straßenverkehr für ausreichend gehalten. Dies auch dann, wenn der Betreffende durch die Droge nicht mehr beeinflusst worden sei. Es komme daher auch nicht darauf an, welche Amphetaminkonzentration im Blut des Antragstellers zum Zeitpunkt der Kontrolle nachgewiesen worden sei.

Auch in dem Verfahren vom 20.06.2017 lehnte das Verwaltungsgericht die Einholung eines Gutachtens über die Fahreignung ab und bejahte ein öffentliches Interesse an der sofortigen Entziehung der Fahrerlaubnis. Dies wurde mit der Gefährlichkeit der Droge begründet. 

Im letzteren Fall hatte der Betroffene ein verschreibungspflichtiges Medikament als Appetitzügler „Tenuarte Retard“ eingenommen. 

Fazit

Amphetamin wird von der Rechtsprechung als derart gefährlich eingestuft, dass es unabhängig von der Konzentration im Blut sofort zum Entzug der Fahrerlaubnis führt. Dieses Medikament ist psychoaktiv und führt zur Erhöhung des Selbstwertgefühls unter Reduzierung des Appetits und des Schlafbedürfnisses. Es wird daher des Öfteren als Partydroge eingenommen. Dieser strenge Umgang mit dieser Droge folgt aus deren gesteigerter Gefährlichkeit, weshalb davon auszugehen ist, dass andere Verwaltungsgerichte in ähnlicher Weise reagieren werden wie das Verwaltungsgericht Neustadt.


Rechtstipp vom 19.07.2017
aus der Themenwelt Alkohol und Drogen am Steuer und den Rechtsgebieten Strafrecht, Verkehrsrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von Rechtsanwalt Ernst Böttcher (Böttcher & Kollegen)