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Fußball – Höhe des Regressanspruchs gegen Zuschauer bei Verbandsstrafen

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Der ein oder andere regelmäßige Leser erinnert sich vielleicht daran, dass der Bundesgerichtshof (BGH) im September 2016 entschieden hat, dass Vereine Strafen, die sie aufgrund des Fehlverhaltens von Zuschauern von den Sportgerichten auferlegt bekommen haben, von diesen Zuschauern zurückfordern können.

Nun werden Sie sich fragen: Und was soll es Neues geben, wenn der BGH, das höchste Zivilgericht in diesem Land, doch schon entschieden hat? Aber der BGH hatte in seiner Entscheidung nur entschieden, dass der Verein den Zuschauer in Regress nehmen kann, nicht aber, in welcher Höhe. Hierüber musste daher das OLG Köln daher nochmals entscheiden.

Im konkreten Fall war der 1. FC Köln nämlich nicht nur wegen des Böllerwurfs zu einer Strafe von EUR 40.000,00 verurteilt worden, sondern gleich auch noch wegen 3 weiterer Vorfälle (mit denen der Böllerwerfer nichts zu tun hatte). Wie im Rahmen der Strafzumessen üblich, wurden die jeweiligen Einzelstrafen dann zu einer Gesamtstrafe (i. H. v. EUR 80.000,00) zusammengefasst, die – wie ebenfalls üblich – unterhalb der der Summe der Einzelstrafen (i. H. v. EUR 118.000,00) lag.

Das OLG Köln hat nun – zugunsten des Zuschauers – entschieden, dass dieser nur für den für seine Handlung angefallenen Anteil an der Gesamtstrafe Teil des Schadens geradestehen muss. Auch wenn dies immer noch ca. EUR 20.000,00 sind, so sind es doch wenigstens nicht die vom 1. FC Köln geforderten EUR 30.000,00.

Aber: Noch ist nicht aller Tage Abend (bzw. jede Rechtsfrage geklärt). Und deshalb muss der BGH jetzt auf Antrag des 1. FC Köln auch noch darüber entscheiden, was der Zuschauer genau bezahlen muss. Wir halten Sie informiert.

Dr. Wolf Beck ist Rechtsanwalt bei Brunner, Liesenborghs & Partner in Freiburg und Mitglied des dortigen Sportrechtteams.


Rechtstipp vom 30.10.2017
aus dem Rechtsgebiet Sportrecht

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