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Fußball-Schiedsrichter haben kein Arbeitsverhältnis mit dem DFB

Rechtstipp vom 19.03.2018
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Rechtstipp vom 19.03.2018
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Eine durchaus interessante Entscheidung des Hessischen Landesarbeitsgerichts vom 15. März 2018 (9 Sa 1399/16) zu der Frage, ob es im Fußballsport Arbeitsverträge gibt.

Geklagt hatte ein Schiedsrichter gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Er war in dem Zeitraum 2006 bis 2015 als Schiedsrichter in der 3. Profiliga eingesetzt, in der 2. Liga als Assistent und in der 1. Bundesliga als Vierter Offizieller.

Es bestand wie bei Schiedsrichtern üblich eine Rahmenvereinbarung mit dem DFB. Ab dem Juni 2015 wurde er nicht weiter als Schiedsrichter eingesetzt.

Dagegen klagte der Referee.

Sowohl das Arbeitsgericht Frankfurt/Main als auch nun das Hessische LAG wiesen die Klage auf Weiterbeschäftigung aber zurück.

Der Kläger sah in seinem Rahmenvertrag einen befristeten Arbeitsvertrag, weil er fachlich und inhaltlich weisungsgebunden zu bestimmten Spielen nach einem Dienstplan eingesetzt worden war. Dies sei inhaltlich ein befristeter Arbeitsvertrag. Der Kläger sah die Befristung als unwirksam an und klagte auf Weiterbeschäftigung aufgrund eines bestehenden unbefristeten Arbeitsverhältnisses.

Nach der Entscheidung des höchsten hessischen Arbeitsgerichts lag allerdings kein Arbeitsverhältnis vor. In der Rahmenvereinbarung sah das Gericht lediglich die Ausgestaltung der jeweiligen Aufträge für die einzelnen Spieleinsätze in der Saison.

Da kein Arbeitsverhältnis vorliege, bestehe kein Anspruch auf Weiterbeschäftigung. Die Beauftragung könne der DFB jeweils saisonabhängig von den Einzelverträgen abhängig machen und sei deshalb in der Beauftragung frei.

Eine Revision zum Bundesarbeitsgericht wurde nicht zugelassen.

Damit sieht die Rechtsprechung wie auch im Fall des Mainzer Torwarts Heinz Müller arbeitsrechtliche Besonderheiten im Sport.


Rechtstipp aus der Themenwelt Arbeitsverhältnis und den Rechtsgebieten Arbeitsrecht, Sportrecht

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