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Gästebewertungen – wie sich Hotels und Restaurants gegen schlechte Bewertungen wehren können

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Gästebewertungen und Rezensionen über Hotels und Restaurants können helfen, wenn man sich schnell einen Überblick über die Angebote verschaffen möchte und die Auswahl etwas eingrenzen will. Das gilt aber nur, wenn man auf die Richtigkeit der Bewertungen und Einträge vertrauen kann.

Auf den bekannten Bewertungsportalen wie Holidaycheck, Tripadvisor oder auch Yelp sowie in Google und auf Facebook finden sich auch immer mehr Bewertungen, an denen sich die User orientieren können. Man muss nicht mehr den Nachbarn fragen, ob er ein gutes Restaurant kennt. Das erledigt jetzt das Internet. Bewertungen sind die Mund-zu-Mund-Propaganda der Neuzeit, wenn man so will.

Es liegt auf der Hand, dass negative und schlechte Bewertungen direkte Auswirkungen auf die Hotels und Restaurants haben: Umsatzeinbußen und Imageschäden sind die Folge von schlechten Bewertungen.

Müssen sich Hotels und Restaurants schlechte Bewertungen gefallen lassen?

Meinungen dürfen frei geäußert werden.

Aber: Negative und schlechte Bewertungen im Internet sind nur erlaubt, wenn dadurch nicht die Rechte des Bewertenden verletzt werden. Wann eine negative oder schlechte Bewertung unzulässig ist muss dann im Einzelfall geprüft und entschieden werden.

Nicht erlaubt sind Bewertungen, die falsche Tatsachenbehauptungen enthalten oder strafbar sind (Beleidigung, Verleumdung, Üble Nachrede). Auch sogenannte Schmähkritiken sind verboten. Eine Bewertung ist daher unzulässig, wenn es dem Bewerter nur darum geht, bspw. das Hotel oder Restaurant in ein schlechtes Licht zu rücken und keine sachliche Auseinandersetzung erfolgt (Essen, Unterkunft).

Negative und schlechte Bewertungen können Hoteliers und Gastronomen daher löschen und entfernen lassen, wenn ein Rechtsverstoß vorliegt. Die Betroffenen sollten sich bei einer Rechtsverletzung unverzüglich an den Betreiber des Bewertungsportals wenden und die Löschung des Eintrages verlangen. Zu empfehlen ist dabei eine Fristsetzung von wenigen Stunden bis zu maximal wenigen Tagen. Das hängt unter anderem davon ab, wie lange die Bewertung schon abrufbar ist und welchen Inhalt die Bewertung hat.

Rechtschutzversicherungen helfen

Gewerbliche Rechtschutzversicherungen übernehmen in der Regel die Kosten für die anwaltliche Vertretung, wenn es um die Entfernung und Löschung von Bewertungen und Einträgen auf Bewertungsportalen im Internet geht.

Zudem ist der Verfasser einer schlechten Bewertung, die nicht den Tatsachen entspricht, zum Schadensersatz verpflichtet und muss dem Geschädigten auch die notwendigen Anwaltskosten erstatten.


Rechtstipp vom 17.06.2016
aus der Themenwelt Haftung für Inhalte und dem Rechtsgebiet Gewerblicher Rechtsschutz

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