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Gegen Kündigung wehren

Rechtstipp vom 08.11.2016
(10)
Rechtstipp vom 08.11.2016
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Wenn Sie gekündigt wurden oder jemand, den Sie kennen, dann ist dies oft für die Betroffenen unverständlich und ärgerlich. Berechtigterweise möchten Sie wissen, wie Sie gegen die Kündigung vorgehen, bzw. sich gegen die Kündigung wehren können. Denn Sie sind nicht schutzlos gestellt.

Die Kündigung als Versuch des Arbeitgebers, das Arbeitsverhältnis zu beenden

Spricht der Arbeitgeber die Kündigung aus, zeigt er deutlich, dass er sich von Ihnen trennen möchte. Dass der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis beenden möchte, kann viele Gründe haben. Nicht für alle sind Sie verantwortlich. Oft ist daher der erste Reflex, sich gegen die Kündigung zu wehren, mehr als verständlich.

Wann ist eine Kündigung rechtmäßig?

Wollen Sie gegen die Kündigung vorgehen, ist es zunächst ratsam, zu prüfen, ob die Kündigung rechtswirksam ausgesprochen wurde. Ist die Kündigung rechtens, ist ein Vorgehen dagegen oft nicht lohnenswert.

Eine Kündigung muss:

  • In Schriftform abgefasst sein
  • Eine Kündigungsfrist enthalten (Ausnahme: außerordentliche Kündigung)
  • Deutlich machen, dass das Arbeitsverhältnis beendet werden soll

Eine Kündigung muss dagegen nicht enthalten:

  • Eine Begründung der Kündigung (außer es ist vertraglich geregelt)
  • Eine Abfindung
  • Einen Hinweis darauf, wie Sie dagegen vorgehen können

Vor der Kündigung muss der Betriebsrat angehört werden (wenn dieser im Betrieb vorhanden ist). Bei schwerbehinderten Arbeitnehmern müssen auch das Integrationsamt und die Scherbehindertenvertretung beteiligt werden.

Oft genießen Arbeitnehmer Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz. Dann sind diese nur dann kündbar, wenn der Arbeitgeber einen bestimmten Grund zur Kündigung hat und eine Interessenabwägung zu Gunsten des Arbeitgebers ausfällt.

Die Gründe sind:

  • Verhaltensbedingte Gründe (z.B. Straftaten im Betrieb oder Arbeitsverweigerung)
  • Personenbedingte Gründe (z.B. Krankheiten, Sucht oder gar lange Gefängnisaufenthalte)
  • Betriebsbedingte Gründe (z.B. Rationalisierungsmaßnahmen, Personalkürzungen, schlechte Auftragslage).

Wie Sie gegen die Kündigung vorgehen

Die Prüfung der Rechtmäßigkeit einer Kündigung kann sehr umfangreich sein. Sind Sie sich nicht sicher, ob Ihre Kündigung rechtmäßig ist, lohnt es sich einen Fachanwalt einzuschalten. Auch wir bieten eine Überprüfung der Kündigung in allen relevanten Facetten an.

Gegen die Kündigung muss schnell vorgegangen werden. Denn wird gegen eine Kündigung nicht binnen drei Wochen nach Zugang der Kündigung eine Kündigungsschutzklage erhoben, dann gilt diese in der Regel als rechtmäßig.

Zunächst ist daher zu raten, dem Arbeitgeber zu schreiben und diesem mitzuteilen, aus welchen Gründen die Kündigung unwirksam ist und das im Weiteren dagegen vorgegangen wird. Möchte ein Arbeitgeber Sie „loswerden“, kann dadurch ein Verhandlungsspielraum entstehen. Denn es kann für den Arbeitgeber günstiger sein, eine Abfindung zu zahlen, als einen langen Kündigungsschutzprozess zu führen.

Statt einer Kündigung können die Parteien auch einen Aufhebungsvertrag schließen. Bei einem solchen wird das Arbeitsverhältnis einvernehmlich, zumeist gegen Zahlung einer Abfindung, aufgehoben. Dabei ist zwingend zu beachten, dass der Arbeitnehmer in der Regel eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld II erhält, da dieser seine Arbeitslosigkeit selbst „verschuldet hat“. Dieser Umstand muss sich zwingend in der Höhe der Abfindung wiederspiegeln.

Reagiert der Arbeitgeber nicht oder ist dieser nicht verhandlungsbereit, muss gerichtlich gegen die Kündigung vorgegangen werden. Der Arbeitnehmer muss dabei eine Kündigungsschutzklage vor dem zuständigen Arbeitsgericht erheben.

Zusammenfassung

Sich gegen eine Kündigung zu wehren, kann sich lohnen. Der Arbeitgeber hat viele Anforderungen an die Kündigung zu beachten. In den seltensten Fällen sind Kündigungen auf den ersten Blick als rechtmäßig zu erkennen.

Möchten Sie gegen die Kündigung vorgehen, bestehen für Sie mehrere Möglichkeiten. In allen Phasen kann es sich dabei lohnen, einen Fachanwalt für Arbeitsrecht hinzuzuziehen, der Sie rechtlich begleitet und für Sie tätig wird. Auch wir übernehmen Mandate deutschlandweit. Kontaktieren Sie uns dazu gerne.


Rechtstipp aus der Themenwelt Abmahnung und Kündigung und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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