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Gegen schlechte Bewertung durch Ex-Mitarbeiter vorgehen – welche rechtlichen Möglichkeiten gibt es?

Rechtstipp vom 12.04.2019
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Rechtstipp vom 12.04.2019
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Schlechte Bewertungen durch Ex-Mitarbeiter stellen ein großes Problem für Arbeitgeber dar, da sowohl das Image als auch die Integrität des Unternehmens geschädigt werden kann. Die Folgen können fatal sein. Immer mehr Unternehmen berichten, dass sich die schädlichen Einträge insbesondere auswirken, wenn es um die Rekrutierung von hochqualifizierten Fachkräften geht. Nachwuchskräfte machen einen großen Bogen um Arbeitgeber, deren digitaler Ruf miserabel ist.

Rechtswidrige Bewertungen müssen nicht geduldet werden

Arbeitgeber und Unternehmen können falsche Bewertungen löschen lassen, sofern diese rechtswidrig sind.

Rechtswidrig sind die Einträge und Bewertungen bspw., wenn falsche Tatsachen verbreitet werden oder die Einträge von Personen stammen, die niemals Kontakt zu dem Unternehmen hatten und dort niemals gearbeitet haben.

Unzulässig sind auch strafbare Äußerungen wie Beleidigungen, Verleumdungen oder auch die Üble Nachrede. So werden gerne gezielt Gerüchte in die Welt gesetzt, für die es keinerlei Anknüpfungspunkte gibt, um dem Arbeitgeber Schaden zuzufügen. Dies muss nicht geduldet werden und ist rechtswidrig.

Schmähkritiken und Einträge, die nur das Ziel verfolgen, das Ansehen und den guten Ruf des Arbeitgebers zu schädigen, können ebenfalls unzulässig sein, wie auch die Verbreitung von Lügen und unwahren Tatsachenbehauptungen.

Vorgehensweise in der Praxis

Im ersten Schritt wird das Portal – bspw. kununu, Google oder glassdoor – über den Rechtsverstoß informiert. Diese sogenannte Inkenntnissetzung kann der Mandant selbst durchführen oder bereits einen Rechtsanwalt damit beauftragen, damit formal alles richtig läuft.

Die meisten Fälle erledigen sich bereits in diesem Stadium.

Folgt dann keine oder nicht die gewünschte Reaktion, wird das Portal kostenpflichtig abgemahnt und unter Fristsetzung zur Löschung der schädigenden Einträge aufgefordert. Spätestens hier werden die meisten Einträge dann endgültig entfernt.

In den wenigsten Fällen ist dann noch die Einleitung gerichtlicher Maßnahmen notwendig. Auch dies kann der jeweilige Rechtsanwalt dann in die Wege leiten. Gerichtliche Maßnahmen sind dann auch gegen Google und Co. möglich. Hier gibt es einige Besonderheiten zu beachten, damit der Mandant nicht auf seinen Kosten sitzen bleibt.

Fazit

Unternehmen, die als Arbeitgeber schlecht und falsch bewertet werden, können sich effektiv zur Wehr setzen, wenn die notwendigen Maßnahmen rechtzeitig in Angriff genommen werden.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Gewerblicher Rechtsschutz

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